Leverkusen: Förderschulen: Fusion - beide Standorte bleiben

Leverkusen : Förderschulen: Fusion - beide Standorte bleiben

Rat-Deycks-Schule und Comeniusschule verschmelzen, behalten aber vorerst jeweils ihren Standort. 2019 wird dann entschieden.

Wenn man so mancher Veröffentlichung des Landes Nordrhein-Westfalen Glauben schenkt, dann ist die Inklusion - also die Eingliederung von lernbehinderten oder verhaltensauffälligen Kindern in eine Regelschule - der einzige Weg in eine erfolgreiche Schul-Zukunft. Da setzt allerdings die Stadt Leverkusen deutlich andere Akzente: "Wir wollen Eltern die Wahlfreiheit erhalten", verkündete Leverkusens Schuldezernent Marc Adomat jetzt im Gespräch mit Journalisten: "Soll mein Kind an der Inklusion teilnehmen oder auf einer Förderschule angemeldet werden - diese Entscheidung wollen wir nicht durch fehlende Angebote beeinflussen", betonte der Dezernent.

In der neuen Schulentwicklungsplanung sieht die Stadt Leverkusen daher ein Modell der sonderpädagogischen Förderung mit drei spezialisierten Förderschulen und einer qualitativ hochwertigen sonderpädagogischen Förderung an den allgemeinbildenden Schulen vor. Alles "schlüssig und zukunftsfähig" vorgestellt, ist sich Adomat sicher.

Das sieht in der Praxis in Leverkusen so aus: Die Aufgabe eines Förderschulstandortes bis zum Schuljahr 2019/2020 ist derzeit nicht vorgesehen, wohl aber eine Zusammenlegung.

Begründungen:

- Die Rat-Deycks-Schule kann mit voraussichtlich um die 200 Schüler am Standort Steinbüchel nicht ordnungsgemäß untergebracht werden.

- Rat-Deycks-Schule und Comeniusschule verschmelzen daher, behalten aber vorerst jeweils ihren Standort. Das neue Konstrukt heißt künftig "Förderschule 1". Im Jahr 2019 wird dann über eine mögliche Auflösung eines der Standorte entschieden.

- An der "Förderschule 2" (Pestalozzischule) werden ausschließlich Jugendliche mit eklatanten emotionalen und sozialen Störungen unterrichtet. "Eine Beschulung in einem pädagogisch und räumlich geschlossenen System ist unumgänglich", argumentiert die Stadt. Infolgedessen sei eine Unterbringung dieser Jugendlichen mit Grundschulkindern in einem Schulgebäude nicht vertretbar. "Die Voraussetzungen für diese notwendige Form des Unterrichts erfüllt der Standort Pestalozzischule."

Auch andere Gründe sprechen laut Stadtverwaltung für einen Erhalt der Standorte: In Schlebusch und in Steinbüchel sind zentrale Unterbringungen für Flüchtlinge in Vorbereitung oder in Planung. In Abhängigkeit der Belegung werde unter Umständen eine Beschulung in Steinbüchel erforderlich. Dafür seien Raumreserven einzuplanen.

Die Stellungnahmen der Schulen dazu sollen dem Rat der Stadt Leverkusen zur abschließenden Beratung vorgelegt werden. Der Stadtrat entscheidet dann am 14. September.

(RP)
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