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Leverkusen: Firma drei Wochen ohne Telefon

Leverkusen : Firma drei Wochen ohne Telefon

Die Firma Heizung und Sanitär Birkholz & Wingchen in Lützenkirchen hat seit Wochen Ärger mit ihrem Telefonanbieter Vodafone. Wegen eines "Versehens" war das Unternehmen für Kunden bis gestern nicht erreichbar.

Lützenkirchen Thomas Wingchen ist stinksauer. Drei Wochen lang war der 45-Jährige für seine Kunden telefonisch nicht erreichbar. Schuld an der toten Leitung war nicht etwa eine unbezahlte Telefonrechnung – die hat Wingchen immer ordnungsgemäß gezahlt. "Der Kunde wurde vom Mehrgeräteanschluss versehentlich auf einen Anlagenanschluss umgeschaltet", lautete gestern die Begründung von Vodafone. Der Firmenchef wurde auf eine Geduldsprobe gestellt.

Nachdem Wingchen die Störung bemerkt hatte, rief er zunächst bei seinem Telefonanbieter Vodafone an, wollte wissen, was los ist. Nach dem dritten Telefonat hieß es, die fehlende Verbindung beruhe auf einer "mündlichen Kündigung". "Ich habe aber nie gekündigt", berichtete der Firmen-Chef. Warum auch? Ich bin seit mehr als zehn Jahren Vodafone-Kunde und hatte bisher nie Probleme."

Ein Alptraum

Eine Firma, die bei Rohrbrüchen und kaputten Heizungen nicht erreichbar ist: Für Inhaber Thomas Wingchen und seinen Kollegen Bernd Birkholz ein Alptraum: "Etliche Kunden standen schon bei uns vor der Tür und wollten wissen, was los sei. In Lützenkirchen ging schon das Gerücht um, dass wir pleite seien oder nicht mehr nötig hätten, zu arbeiten."

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Als Vodafone auch auf E-Mails und die Bitte, Anrufer vorübergehend auf Wingchens Mobiltelefon umzuleiten, nicht reagierte, schaltete der Leverkusener schließlich einen Anwalt ein. "Dass der Vertrag mündlich gekündigt wurde, konnte Vodafone nicht belegen", sagte der Leverkusener Rechtsanwalt Guido Lenné. Schließlich habe Vodafone eingestanden, dass es sich bei der toten Leitung um ein "Versehen" handele und man das Unternehmen wieder ans Netz anschließen werde. Als Tage später noch immer nichts passierte, setzte Lenné Vodafone eine Frist – bis gestern wartete der Anwalt auf eine Antwort: "Es ist eine Frechheit, dass Vodafone selbst auf ein anwaltliches Schreiben nicht reagiert."

Lenné wollte auf Vertragserfüllung klagen. "Doch das dauert", weiß der Anwalt. Zeit, die Wingchen nicht hatte. "Mir gehen Aufträge verloren", sagte er gestern Morgen, ich habe große Gewinneinbußen." Zwei seiner sechs Mitarbeiter habe er wegen fehlender Aufträge in Urlaub schicken müssen. "Ich hoffe, dass Vodafone endlich in die Gänge kommt, und die Leitung repariert", erklärte Wingchen. Und siehe da: Gestern Nachmittag gegen 15 Uhr ertönte plötzlich wieder ein Freizeichen, wenn man die Firma Birkholz und Wingchen anrief. "Es tut uns sehr leid, dass die Firma so lange nicht telefonieren konnte", räumte ein Vodafone-Sprecher auf Anfrage ein. Thomas Wingchen war sprachlos: "Ich bin überrascht, dass das alles auf einmal so schnell geht." Jetzt kann das Unternehmen wieder Geld verdienen.

(RP)