Feuer in Leverkusen: Verletzter weiter in Lebensgefahr

Am Weidenbusch in Leverkusen: Brand hat verheerende Folgen für die Nachbarschaft

Nach dem Dachgeschossfeuer Am Weidenbusch können die Hausbewohner noch nicht zurück in ihre Wohnungen.

Es ist ruhig in der dicht besiedelten Wohngegend Am Weidenbusch. Die Mittagssonne scheint, nur wenige Menschen sind auf der Straße, irgendwo zwitschern ein paar Wellesittiche. Ein junger Mann steht mit seinem Fahrrad auf dem Bürgersteig gegenüber Haus Nr. 55 und schaut hinauf in den fünften Stock, zeigt auf einen Balkon mit rot-weißer Markise. "Das da ist unsere Wohnung. Ich bin gespannt, wann wir da wieder rein dürfen."

Derzeit kann dem 15-Jährigen diese Frage niemand beantworten. Seit in der Nacht zu Montag die Dachgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses komplett ausgebrannt ist, darf vorerst kein Bewohner mehr das Haus betreten. Davon zeugen auch die Feuerwehrabsperrbänder rund um den Eingang. "Meine Eltern durften in der Brandnacht gerade mal fünf Minuten in die Wohnung und das Nötigste herausholen", erzählt der Teeanger. "Aber ich habe weder eigene Klamotten, noch sonst irgendetwas."

Baustatiker seien derzeit dabei, die Substanz des Hauses genau zu prüfen, erklärt Ariane Czerwon, städtische Pressesprecherin. "Erst wenn ein Gutachten vorliegt, kann entschieden werden, ob und wann die Familien in ihre Wohnungen zurückkehren können."

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Ali Yavuz betreibt seinen Kiosk gegenüber dem Haus. Als er am Morgen nach dem Brand zu seinem Ladenlokal kommt, wimmelt es von Feuerwehr- und Rettungskräften, Menschen stehen teils in Schlafanzügen auf der Straße. "Ich habe ihnen erstmal Kaffee gegeben", erzählt der Trinkhallenbetreiber. Er wundert sich, dass einen Tag nach dem Unglück "noch nichts passiert" sei. "Ich sehe hier niemanden, der ins Haus geht. Da braucht mir keiner zu erzählen, hier würde auf Hochtouren gearbeitet." Vor allem macht es ihn wütend, dass die Anwohner der Häuser Nr. 55 bis 65 seit dem Brand keine Wasserversorgung haben. "Es ist schon schlimm, wenn man mal eine Stunde kein Wasser hat. Hier wohnen so viele alte Menschen, schrecklich ist das."

Die EVL Energieversorgung erklärt dazu: "Die betroffenen Häuser sind an das Brandhaus angeschlossen. Unsere Mitarbeiter haben festgestellt, dass es im internen Haussystem ein Leck gibt, das nicht in unsere Zuständigkeit fällt, sondern von der Hausverwaltung behoben werden muss." Erste Brandermittlungen haben derweil ergeben, dass es keine Hinweise auf eine vorsätzliche Tat gibt.

Der 53-jährige Wohnungsinhaber schwebt auf Grund seiner schweren Brand- und Rauchverletzungen nach wie vor in Lebensgefahr.

(RP)