Festival der Kulturen in Leverkusen

Festival der Kulturen : Ein Hoch auf Griechenland

Beim Festival der Kulturen stand die griechische Gemeinde im Mittelpunkt.

Das Festival der Kulturen lud am Samstag zum dritten Mal in den Neulandpark ein. In der schönen Kulisse bei traumhaftem Sonnenschein, gutem Essen und tollem Bühnenprogramm fühlten sich die Besucher gleich wie im Urlaub. Das Festival von InterLev dient der Völkerverständigung. In Zeiten von aufkochendem Rechtsradikalismus ein Segen für die Stadt.

Bunte Flaggen wehen gleichmäßig im sanften Wind der Sportstadt Leverkusen. Mitten im Herzen des Neulandparks eröffnet sich dem Besucher das Bild eines heiteren Festes. Rund um die Bühne stehen unter Pavillons Menschen mit diversen kulturellen Hintergründen, bieten den Gästen typische kulinarische Gerichte ihrer Länder an. Verschiedene Sprachen sind zu hören: Griechisch, Marokkanisch, Serbisch, Afrikanisch. Es duftet nach frisch gegrilltem Fleisch, nach unterschiedlichen Gewürzen, auf der Bühne frönen Leverkusener unterschiedlichen Folklorebeiträgen. Die Kommunikation funktioniert trotz vieler Unterschiede auf derselben Weise, wie immer: Ein freundliches Lächeln und eine Begrüßungsfloskel, auf Deutsch.

Deutschland könne sich glücklich schätzen, Heimat zahlreicher Menschen unterschiedlicher Wurzeln zu sein, findet Naima Azemmat, stellvertretende Vorsitzende von InterLev, Veranstalter des Festivals. „Das macht Deutschland als Gesellschaft so offen.“ Seit vielen Jahrzehnten lebt die Arzthelferin schon in Leverkusen, hat sich hier schnell heimisch gefühlt. Ihre marokkanischen Wurzeln will sie dennoch nicht missen. „Es muss möglich sein, beides auszuleben.“ Den Rechtsruck durch die Gesellschaft beobachtet sie kritisch, betont aber auch, dass sie in Leverkusen damit noch keine Probleme gehabt habe. Ähnliches bestätigt auch Menelaos Georgiou, Vorsitzender der griechischen Gemeinde und Mitglied bei InterLev. Dass viele Nationen in einer Stadt friedlich miteinander leben, sieht er als Bereicherung, das Fest als Höhepunkt dieser Zusammenarbeit.

Die griechische Gemeinde übt in diesem Jahr eine besondere Aufgabe aus. Zum 55-jährigen Bestehen des Vereins haben sie für den zweiten Tag des Festivals die Gastgeber Rolle übernommen. Griechische Vereine und Folkloregruppen aus der Region sind eingeladen, so wie alle interessierten Menschen. Die Aufgabe eines Kulturvereins im Allgemeinen und der griechischen Gemeinde im Besonderen habe sich über die Jahrzehnte kaum verändert. „Wir helfen bei Behördengängen und Übersetzungen, bieten Folkloregruppen und Sprachkurse.“ Durch die Wirtschaftskrise in Griechenland gebe es seit einigen Jahren eine ähnliche Situation, wie in den 60er Jahren. „Im Prinzip erleben wir das, was unsere Großeltern erlebten, erneut. Nur besser vorbereitet, weil wir, die in dritter und vierter Generation hier leben, integriert sind.“