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Ferienlager in Frankreich: Vereinsvorstand will sich Fragen der Eltern stellen

Überschwemmung im Ferienlager in Südfrankreich : Leverkusener Vereinsvorstand will sich den Fragen der Eltern stellen

Die beiden Leiter des überfluteten Ferienlagers in Südfrankreich wollen sich den „vielen offenen Fragen der Eltern stellen“. Das kündigen beide auf der Website des Vereins „Jugendförderung Leverkusen“ an. Wie genau das ablaufen soll, bleibt offen.

Von Bernd Bussang

„Wir haben gemeinsam schreckliche Tage erlebt. Die Naturkatastrophe, die so nicht zu erwarten war, hat bedauerlicherweise Fürchterliches angerichtet. Das Erlebte zu verarbeiten ist sicherlich sehr schwierig und langwierig. Hoffentlich können wir bald wieder an die schönen Dinge denken, die bisher erlebt wurden“, heißt es dort.

Beide Männer befinden sich noch in Frankreich, wo die Justizbehörden gegen sie unter anderen wegen des Verdachts der schweren fahrlässigen Körperverletzung ermitteln. Auf welchem Wege sie sich den Fragen der Eltern stellen wollen, lassen die beiden offen: „Das kann allerdings nicht in einer Riesenveranstaltung im Leverkusener Forum passieren. Das Orgateam des Vereins wird zeitnah eine praktikable Lösung finden. Noch befinden wir uns in Frankreich, weil hier vor Ort noch viele Dinge zu klären und regeln sind“, heißt es auf der Vereinshomepage.

„Unsere Leitungen glühen“, schreiben die Vereinsvorsitzenden. Es gebe „viele wichtige Fragen“, die ihnen täglich am Telefon gestellt würden. „Was ist mit den Taschengeldern der Kinder, gibt es eine Versicherung, können sich die Eltern unserer Teilnehmer mit uns austauschen, wie sind die Ereignisse des 9. August tatsächlich abgelaufen usw.?“.

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Die Versicherungsfrage könne noch nicht abschließend geklärt werden, heißt es weiter. „Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen auch hier eine Klärung herbeigeführt werden kann. Unser Kollege in Leverkusen wird mit der Haftpflichtversicherung des Vereins morgen Kontakt aufnehmen. In der Regel übernimmt die eigene Hausratversicherung solche Schäden nur, wenn eine sogenannte Elementarversicherung abgeschlossen wurde. Diese ist von jedem Betroffenen individuell zu prüfen.“

Der stellvertretende Vorsitzende des Vereins hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Wir haben uns absolut nichts vorzuwerfen.“ Die Justiz in Nîmes hatte am Wochenende ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und den Vereinsvorsitzenden eingeleitet. Man habe im Camp sehr früh Alarm ausgelöst und die Jugendlichen zunächst geordnet auf einen höher gelegenen Parkplatz geleitet, sagte der zweite Vorsitzende, der sich noch in Frankreich aufhält. Danach sei Panik ausgebrochen, weil viele zurück in die Zelte gestürmt seien, um ihre Sachen zu holen. Als die Lage nicht mehr beherrschbar schien, wurde die Feuerwehr gerufen. Eltern beteiligter Kinder und diese selbst geben eine andere Schilderung ab, danach sei die Evakuierung nur langsam, über mehrere Stunden, erfolgt und „chaotisch“ verlaufen.

Weiter ungeklärt ist, ob es sich bei dem Toten, der in der Nähe des Ferienlagers gefunden wurde, tatsächlich um den 66-jährigen Betreuer aus Köln handelt, der seit der Überschwemmung vermisst wurde. Die örtlichen Behörden hatten berichtet, dass Aussehen und Kleidung des Toten für eine solche Annahme spreche. Eine eindeutige Identifizierung steht aber noch aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Überschwemmung in französischem Ferienlager mit Kindern aus Leverkusen