Leverkusen Fenstersturz: 19-Jährige in Lebensgefahr

Leverkusen · Ein 36 Jahre alter Mann aus Steinbüchel ist festgenommen worden, weil er seine Ehefrau aus dem Fenster gestoßen haben soll. Die 19-Jährige war am Sonntag Mittag gegen 12.30 Uhr aus dem vierten Stock eines Haushauses gestürzt. Sie wurde notoperiert und schwebt in Lebensgefahr.

 Kurz nach dem Fenstersturz: Ein Polizeiwagen hat vor dem Hochhaus in der Rudolf-Breitscheid-Straße Position bezogen.

Kurz nach dem Fenstersturz: Ein Polizeiwagen hat vor dem Hochhaus in der Rudolf-Breitscheid-Straße Position bezogen.

Foto: Uwe Miserius

Die Rudolf-Breitscheid-Straße in Steinbüchel am Neujahrstag: Vor dem Eingang des achtstöckigen Hochhauses steht ein Polizeiwagen. Mit Flatterband haben die Beamten einen Teil des Bürgersteiges abgesperrt, damit die Spurensicherung ihn später genauer in Augenschein nehmen kann. Auf dem Pflaster unterhalb des Fensters im vierten Stock, das immer noch geöffnet steht, ist Blut zu sehen.

Vieles deutet darauf hin, dass sich hier Sonntag Mittag ein Familiendrama abgespielt hat — das Opfer, eine 19-jährige Leverkusenerin, schwebt noch immer in Lebensgefahr. Es ist gegen 12.40 Uhr, als bei der Feuerwehr Leverkusen ein Notruf eingeht. Ein kleines Kind, so heißt es zunächst, sei aus einem Fester des Gebäudes gefallen. Doch es ist die 19-jährige Frau die reglos auf dem Bürgersteig liegt, als die Rettungskräfte am Ort des Geschehens eintreffen.

Aus dem Kinderzimmer gestürzt

Sie ist aus jenem Fester im vierten Stock in die Tiefe gestürzt, hinter dem sich das Schlafzimmer des Paares befindet, das eine gemeinsame Tochter hat.

War es ein Unfall oder wurde die junge Mutter gestoßen? Soviel steht immerhin fest: Eine Geländer-Sicherung gleich unterhalb des Fensters verhindert eigentlich zuverlässig, dass jemand zufällig hinausfallen kann.

Die Polizei reagiert schnell: Sie nimmt den 36-Jährigen Ehemann der 19-Jährigen fest. Es könne "nicht ausgeschlossen werden", dass es sich um ein Familiendrama handelt, heißt es später in einer Pressemitteilung des Kölner Präsidiums. Die zweijährige Tochter des Paares wird zunächst ebenfalls von der Polizei betreut.

Im Krankenhaus notoperiert

Da ist die schwer verletzte Frau schon notoperiert. Per Rettungswagen war sie von Steinbüchel aus ins Unfallkrankenhaus nach Köln-Merheim transportiert worden. Dort stellen die Ärzte schwere Kopfverletzungen und Knochenbrüche fest. Der Zustand der 19-Jährigen sei kritisch, heißt es.

Über die Hintergründe des Fenstersturzes ist am Sonntag nur wenig zu erfahren. Nachbarn, die unterwegs waren und am Nachmittag zurück zum Haus an der Rudolf-Breitscheid-Straße gelangen, haben es eilig, in ihre Wohnungen zu kommen.

Die Kölner Polizei hat unmittelbar nach dem Vorfall eine Mordkommission eingesetzt. Diese habe die Ermittlungen aufgenommen, heißt es. Mit Ergebnissen ist voraussichtlich in den kommenden Tagen zu rechnen.

(RP/jco)