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Leverkusen: Feiertage und Co. im Dezember sind Stromfresser

Leverkusen : Feiertage und Co. im Dezember sind Stromfresser

Um zehn Prozent steigt der private Stromverbrauch im Dezember laut Angaben der Energieversorgung Leverkusen (EVL) an.

Die Energieversorgung Leverkusen hatte bisher nicht die Möglichkeit, auseinanderzuhalten, welcher Bereich nun stärker dafür verantwortlich ist - gleichwohl steht fest: "Sowohl die dunkle Jahreszeit als auch die Freude an Weihnachtsbeleuchtung und Lichterketten lassen den Stromverbrauch im Dezember vergleichsweise kräftig ansteigen." Dies betonte ein EVL-Sprecher auf Anfrage. Um zehn Prozent liegt der private Stromverbrauch im Dezember über dem des Vormonats. Insgesamt steigt der "Hunger" nach Strom aber nur um fünf Prozent an, denn die gewerblichen Betriebe fahren ihren Stromverbrauch im gleichen Zeitraum um etwa fünf Prozent herunter.

Es sind nicht die einzigen Veränderungen, die die Festtage und die Zeit drumherum brachten. Manches war überraschend: So hatte das Bürgerbüro für die Arbeitstage zwischen den Jahren angekündigt, keine Termine zu vergeben, wie sonst üblich. Denn erfahrungsgemäß sei es dann derart voll, dass in der Halle kaum noch Platz sei. Diese Situation trat nicht ein, gestern war ordentlich Betrieb, aber das Warten hielt sich in Grenzen. Wer will: Freitag ist das Bürgerbüro wie sonst offen.

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Wer sich kurz vor Jahresschluss noch mit Hochzeitsgedanken getragen hatte, musste in eine andere Stadt ausweichen. Laut Standesamt war bereits seit einigen Wochen bis zum 30. Dezember jeder Termin besetzt. Es geht dabei offenbar nicht immer nur um die große Liebe, sondern auch teilweise um handfeste Steuervorteile, die sich die künftigen Eheleute noch für 2014 sichern wollten. Die Leverkusener Fachbereiche Stadtgrün und Tiefbau haben laut Auskunft einer Sprecherin seit Mitte des Dezember schon keine Gebührenbescheide mehr verschickt, um den familiären Weihnachtsfrieden nicht zu gefährden, heißt es. Außerdem bereitet man sich dort wie auch bei den Technischen Betrieben schon auf die arbeitsintensiven Tage nach Silvester vor, wenn Straßen und Parks von den übriggebliebenen Silvester-Böllern und anderen Party-Utensilien gesäubert werden müssen.

Wenig überraschend: Die Bestattungszahlen steigen im Dezember regelmäßig an. Extrem überraschend: Die Knöllchen-Anzahl steigt nicht - so lautet jedenfalls die Rückmeldung aus dem Ordnungsamt der Stadt. Die Nachricht fällt angesichts des Parkraum-Wahnsinns rund um die Feiertage schlichtweg schwer, zu glauben.

Schon jetzt steht fest: Ab dem 1. Januar 2015 greifen wieder einmal diverse Gebührenerhöhungen - auch wenn sie zumindest bei der Grundsteuer B nicht so heftig ausfallen, wie ursprünglich geplant. Auf ihrer Internet-Homepage teilt die Stadt Beispiele mit: Mieter in einem Mehrfamilienhaus kommen 2015 demnach auf 6,52 Euro pro Person und Jahr mehr als noch 2014. Eine vierköpfige Familie wiederum, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, die in einer 130 Quadratmeter großen Doppelhaushälfte aus den 80er Jahren auf einem Grundstück von 500 Quadratmetern wohnt, bezahlt pro Person und Jahr 7,33 Euro mehr als noch im vergangenen Jahr. War im Stadtrat die Erhöhung von 590 auf 600 Prozentpunkte des Hebesatzes zur Finanzierung der Schulsozialarbeit beschlossen worden, machte eine Finanzierungszusage des Landes NRW über 80 Prozent der Personalkosten eine moderatere Erhöhung von 590 auf 592 Hebesatzpunkte möglich, teilt die Stadt mit.

Weitere Gebührenerhöhungen: Für Schmutzwasser müssen mit Jahresbeginn pro Kubikmeter neun Cent mehr bezahlt werden, was für die Beispiel-Familie bedeutet, dass sie 18 Euro pro Jahr mehr bezahlt. Nötig sei diese Kostenerhöhung vor allem, weil große Summen in die Renovierung des Kanalnetzes gesteckt worden seien, heißt es. Im Vergleich zum Vorjahr schlägt für die fiktive Familie im eigenen Haus außerdem die Abfallentsorgung mit 9,08 Euro Erhöhung zu Buche.

Zurück zum Strom: Mit ihrem eigenen Weihnachtsbaum hoch auf dem Wasserturm beteiligt sich die Energieversorgung Leverkusen nach eigenen Angaben nur zu gerne am steigenden Stromverbrauch im Dezember. 16 große Leuchtleitungen mit jeweils 20 Glühlampen a 25 Watt umfasst die "Tanne", hat also eine Gesamtleistung von 8000 Watt. Wegen der Größe und der besonderen Voraussetzungen handelt es sich laut EVL tatsächlich um klassische Glühlampen. "Mit LED-Technik wäre das so wohl nicht hinzubekommen", sagt der Unternehmenssprecher. So verdrängt das Neue nicht immer das Alte - jedenfalls nicht zu Weihnachten.

(RP)