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Familienvater aus Leverkusen mit Drogen erwischt

Prozess vor dem Amtsgericht : Vater soll Drogen im Wagen der Familie versteckt haben

Im Wagen einer sechsköpfigen Familie finden Polizeibeamte während einer Routinekontrolle Drogen unterm Fahrersitz sowie in der Fahrertür: 92,3 Gramm Haschisch und 2,3 Gramm Koks zu kleinen Kugeln verpackt sind dort verstaut.

Angeklagt wird der 36-jährige Familienvater. Jetzt nahm sich das Amtsgericht in Opladen des Falls an.

Demnach hatten die Beamten den mit zwei Männern besetzten Pkw nur angehalten, weil die Person auf dem Beifahrersitz sich nicht angeschnallt hatte. Das Familienoberhaupt wiederum hatte den Wagen ohne Fahrerlaubnis gefahren und floh wenig später mit einer Tüte unbekannten Inhalts vom Ort des Geschehens. Ausweisen konnte  er sich nicht, erst über die Fahrzeughalterin, seine Schwiegermutter,  wurde er ermittelt.

Der vierfache Vater ließ über einen seiner zwei Anwälte verlauten, er sei wegen des Verkehrsverstoßes von dort geflohen. In der Tüte: Dokumente, wie die Geburtsurkunden seiner Kinder. Die habe er Hals über Kopf nach einem Streit mit seiner Ehefrau aus der gemeinsamen Wohnung mitgenommen.

„Davon, dass da Drogen im Auto sind, hatte er keine Kenntnis“, betonte der Rechtsbeistand. Mit Drogen habe der 36-Jährige ohnehin nicht viel zu tun. Marihuana habe er hin und wieder geraucht. Seit dem Stress mit seiner Frau sei aber auch damit Schluss. Kokain sei ihm zwar einmal angeboten worden, doch davor habe er „zu große Angst“.

Der Freund, der ihm einstmals die harte Droge in der Wohnung eines anderen Freundes angeboten hatte, saß am Tag der Kontrolle als Beifahrer im Wagen. Nach dem Streit hätten sie sich zufällig getroffen, berichtete der Angeklagte. Er verdächtige ihn, die Drogen dort deponiert zu haben, als sie kurz an der Tankstelle in der Opladener Karlstraße hielten.

Der 36-jährige Zeuge wies den Vorwurf mit einem schüchternen „nein“ von sich, behauptete, durch den Beschuldigten nur zur nächsten Bushaltestelle gebracht worden zu sein. Auch der Vorfall in der Wohnung des Freundes, der „Pino“ genannt wurde, habe es nicht gegeben. Auch kenne er keine Person mit diesem Namen.

Nach den Aussagen der Polizisten und zweier Familienmitglieder erinnerte  sich der Angeklagte dann doch noch an den Namen des mysteriösen Dritten. Der halte sich  in der LVR-Klinik in Langenfeld auf. Ein Anruf dort ergab: Den Mann gibt es wirklich, er kann also vorgeladen werden.

So wird das Verfahren in einer Woche fortgesetzt. Durch die Aussage des ausfindig gemachten Mannes erhoffen sich alle Beteiligten mehr Klarheit. So könnte dieser erklären, dass die DNA des Beschuldigten an eine der Kugeln tatsächlich von einer einmaligen Berührung stammt.