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Explosion in Leverkusen: Greenpeace findet höhere Dioxinkonzentration

Nach der Explosion im Chempark : Greenpeace findet höhere Dioxinkonzentration als Experten vom Land

Die Organisation hatte selbst Proben gesammelt und zur Auswertung an ein Labor gegeben. Immer noch Geruchsbelästigung durch Aufräumarbeiten am Explosionsort. Wiembach-Freibad öffnet wieder.

Einen Tag, nachdem das Landesumweltamt (Lanuv) weitgehend Entwarnung zu den Rußpartikeln aus der Explosion im Chempark-Entsorgungszentrum gegeben hat, schlägt die Organisation Greenpeace Alarm: In einer eigenen Analyse, die auf  einer größeren Probenzahl basiere, seien sehr wohl Konzentrationen von Dioxinen „deutlich oberhalb der Bestimmungsgrenzen nachgewiesen“, teilt Greenpeace mit. „Zur Überprüfung der Ergebnisse wird ein zweites Labor herangezogen. Ergebnisse eines breiteren Screenings auf weitere Schadstoffe erwartet Greenpeace Anfang der kommenden Woche.“

Opfer Weiterhin wird ein Mensch nach dem Unglück vermisst, sechs sind gestorben, 31 verletzt worden.

Geruch Noch immer ist vereinzelt ungewöhnlicher Geruch in Stadtteilen nahe Entsorgungszentrum wahrzunehmen. In einem Erklärvideo hatte Chempark-Leiter Lars Friedrich vor ein paar Tagen erläutert: Es hänge weiterhin mit dem Aufräumarbeiten am Explosionsort zusammen.  Weil dort Material bewegt werde, können es zu den „teils recht intensiven Geruchsemissionen“ kommen. Luftmessungen stellten sicher, dass es keine gesundheitsgefährlichen Konzentrationen außerhalb des Standorts gebe. Weil die Aufräumarbeiten erst am Anfang stünden, könne es auch weiterhin zu Geruchsbelästigungen kommen.

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Brief Per Wurfsendung hat Lars Friedrich auch die Chempark-Nachbarn informiert. Darin versichert er: „Wir nehmen Ihre Sorgen und Fragen sehr ernst.“ Die Reinigungsarbeiten, die Rußpartikel zu beseitigen, laufe auf Hochtouren  Wer Bedarf angemeldet habe, können mit einem Anruf des Sachverständigen rechnen. Wer noch keinen Bedarf gemeldet habe, soll dies über das Online-Schadensformular (www.currenta.de/schadensmeldung.html) tun.

Video Hans Gennen, Technischer Geschäftsführer von Currenta, ordnet auf der Facebook-Seit des Untenrehemns in einem Video die Analyse-Ergebnisse des Lanuv ein.

Wiembachbad Das Freibad öffnet ab Samstag, 7. August, wieder. Es war wegen möglicher Folgen der Explosion (Rußpartikel) vorsorglich gesperrt worden. Das Landesumweltamt  habe Entwarnung gegeben, sagt der Sportpark. Bis zum Ende der Sommerferien können Kinder bis 17 Jahre in beiden Freibädern (Calevornia und Wiembachtal) kostenfrei schwimmen (Buchung online).

 Landtag Der Umwelt-Ausschuss des Landtags spricht in einer Sondersitzung am Montag. 9. August, unter anderem über die Explosion in der Abfallverbrennung des Chemparks.