Experten informieren im Saal Norhausen über Entwicklung von Rheindorf

Leben in Rheindorf : Ruf ist schlechter als die Realität

Fachleute informieren über den Status quo bei Wohnungsbau, Polizeieinsätzen und Demografie.

Es ist der viertgrößte Stadtteil in Leverkusen und neben den drei großen Zentren Wiesdorf, Opladen und Schlebusch der bedeutendste. Der Verein Leben in Rheindorf hat sich auf die Agenda gesetzt, das Wohnen und Miteinander von Nord und Süd zu verbessern. Jetzt bekamen rund 40 Interessierte im Saal Norhausen von Experten den Status quo gezeigt.

Fakt ist: Wer an Rheindorf denkt, der denkt zuerst an ein Problemviertel, an Kriminalität. Die Zahlen aber geben diese Vorurteile nicht her. Die Polizei sagt: Laut Statistik befindet sich Rheindorf im Durchschnitt für Köln und Leverkusen. Gleichwohl sei der Stadtteil aufgrund einiger nächtlicher Vorfälle an der Käthe-Kollwitz-Schule in den Fokus geraten. Mit der Schule befinde man sich im Kontakt. Die Umstrukturierung der Polizei Köln, die auch Leverkusen betreffen könnte, sei kein Problem, versicherte ein Beamter.

Auch demografisch sei der Stadtteil wenig auffällig, bekundete Alexander Lünenbach. Der Sozialdezernent hat sich vorgenommen, den Sozialbericht aus dem Jahre 2012 auf Stand zu bringen. Mit der Lupe in den Stadtteil geschaut, fällt im Bereich Baumberger-/Monheimer Straße eine Vakanz auf. Von den 16.000 Einwohnern lebten hier laut Statistik besonders viele Geringverdiener. „Das bedeutet: Wir wissen, wo wir ansetzen müssen“, sagte Lünenbach. Er forderte zudem ein besseres Miteinander – von Verwaltung, Politik und Bürgern.

Die Wohnungsgesellschaft Leverkusen tue ihr Möglichstes, hob Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs lobend hervor. WGL-Geschäftsführer Wolfgang Mues verkündete, mit 34,5 Prozent des Gesamtbestandes befänden sich die meisten Wohnungen der WGL in Rheindorf. „Für uns ist das eine Verpflichtung. Rheindorf ist das wichtigste Geschäftsgebiet in der Stadt“, betonte er. So gab es dort im vergangenen Jahr 214 Modernisierungsmaßnahmen. Das Rheindorfer Karree (61 Wohnungen, fünf Geschäftseinheiten) am Königsberger Platz soll im Dezember fertig sein. In der Memel- und der Zschopaustraße seien erst kürzlich Objekte bezogen worden.

Thema Einkaufen: Das sei im Süden Rheindorfs sehr gut möglich, sagte Rainer Bertelsmeier (Wirtschaftsförderung). Der Einzelhandel sichere die Grundversorgung, obwohl diese im Norden karger ausfalle. Die Kaufkraftkennziffer von fast 98 gebe Aufschluss darüber, dass viel wirtschaftliche Kraft in Rheindorf liege – die noch bessere Nachricht: Vieles davon bleibt im eigenen Stadtteil.

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