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Ex-Stürmer Stafen Kießling besucht das Jugendzentrum Bunker in Wiesdorf

Fragestunde mit Stefan Kießling : Der Jugendbunker im Fußballfieber

Stefan Kießling stellte sich harten Fragen seiner jungen Fans. Es ging um Verdienst, Elfmeter-„Sauerei“ und Zlatan Ibrahimovic.

Die Stimmung ist ein wenig angespannt, die Kinder und Teenager des Jugendzentrums Bunker laufen nervös hin und her. Die Vorfreude der jungen Bunker-Besucher ist spürbar. Kein Wunder, denn kein Geringerer als Bayer 04-Legende Stefan „Kies“ Kießling wird gleich den Bunker betreten und sich den Fragen der Kinder stellen. Draußen an der Hauswand sticht ein Gemälde des ehemaligen Stürmers ins Auge. „Herzlich Willkommen Stefan Kießling“ ist daneben zu lesen. Hier wurde auf jedes Detail geachtet. Schließlich haben die Kinder ein 1,91 Meter großes Kießling-Double fürs Willkommensschild besorgt.

Dann ist es soweit: Stefan Kießling betritt den Bunker und wird von Einrichtungsleiter Reiner Hilken, wie einst im Stadion, als „Fußballgott“ aufgerufen. Es kommt direkt zum Höhepunkt des Tages – die Kinder dürfen ihrem Idol Fragen stellen. Hilken legt vor: „Was war denn deine geilste Bude?“, fragt er. „Kies“ entscheidet sich wenig überraschend für das wohl größte Tor seiner Karriere. In der Saison 2012/13 traf er beim 1:0-Sieg gegen HSV in der 89. Minute und sicherte sich damit die Torjägerkanone. Ein Tag an den sich Stefan Kießling heute noch gerne erinnert.

Dann trauen sich auch die ersten Kinder ran. Nach der Frage, wie viel er denn verdiene, entstehen gleich die ersten Lacher. „Nicht mehr so viel, da ich ja kein Spieler mehr bin“, entgegnet Kießling in seiner gewohnt lockeren Art. Angesprochen auf das Thema Jogi Löw und warum er seine Telefonnummer (fast) nie gewählt habe, antwortet er ironisch: „Er hatte sie, glaube ich, nicht. Ich habe sie auch oft gewechselt.“

Weil Reiner Hilken und einige Kinder des Jugendbunkers nach eigener Aussage begeisterte „Straßenkicker“ sind, will Hilken wissen, ob Kießling früher auch auf der Straße gespielt hat. „Immer nach der Schule. Jeden Tag Fußball“, gesteht Kießling. Begeisterung entsteht im Raum. Ein 17-jähriger Fußballer ergreift seine Chance. Ob „Kies“ denn mal mit ihnen zusammen kicken würde, fragt er. Kießling – gerade nach überstandener Hüft-OP seit einer Woche ohne Krücken – willigt ein: „Wenn die Hüfte funktioniert, gerne“.

Leon (12) erzählt vom letzten Spiel Kießlings, in dem Stefan für einen Elfmeter eingewechselt, dieser jedoch zurückgenommen wurde. „Das war eine Sauerei“, betont Kießling. Überrascht sind die Kinder, als er erzählt, dass er kein Auto besitzt. Gerade die Jugendlichen Zuhörer sind von der Bodenständigkeit des Ex-Kickers angetan. Als begeisterte Bayer 04-Fans überreichen sie ihm zum Abschluss eine Petition für Zlatan Ibrahimovic. Damit will der Bunker zum ersten Meisterschaftstitel beitragen. „Wenn wir so einen kriegen können, warum nicht!“, sagt Kießling. Er erntet dafür begeistertes Klatschen.

Nach einer Stunde ist die Fragerunde zu Ende. Zur Stärkung gibt es die berühmten „Bunker-Burger“. Anschließend holen sich die Kinder Autogramme ab und schießen fleißig Fotos mit ihrem Idol.