Leverkusen: Ex-CDU- Ratsherr Wokulat verärgert CDU

Leverkusen: Ex-CDU- Ratsherr Wokulat verärgert CDU

Eine Mitteilung zur Wiederbelebung des Freibades Auermühle sorgt für politische Verwirrung.

Inwieweit hat der ehemalige Alkenrather CDU-Ratsherr Ulrich Wokulat an einer Pressemitteilung der neu gegründeten "Bürgerinitiative zur Wiederbelebung des Freibades Auermühle" mitgewirkt, in der der Oberbürgermeister verunglimpft wird? Diese Frage beschäftigt zurzeit die Leverkusener Christdemokraten.

Wokulat, der vor einiger Zeit in einem Telefonat massive Angriffe auf Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, den CDU-Fraktionsvorsitzenden Thomas Eimermacher sowie den Parteivorstand gefahren hatte, musste seinerzeit wegen parteischädigenden Verhaltens seine Ämter abgeben.

Die Freibad-Initiative hat jetzt in einer Pressemitteilung massive Attacken gegen Buchhorn gefahren. In dem Schreiben heißt es unter anderem:,"Der momentane Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn" habe zu einem Großteil dazu beigetragen, dass die Auermühle nicht mehr als Freibad zur Verfügung steht. "Genau wie der Bezirksvorsteher Frank Schönberger hat er nur im Blick, das gesamte Gelände für Wohnbebauung und Parkhaus für das Klinikum zu nutzen."

Das Ganze gipfelt in dem Vorwurf: "Die Befürworter der Auermühle in der CDU, Matthias Seyfarth und Ulrich Wokulat, wurden für ihre Position in dieser Frage parteiintern regelrecht angefeindet."

  • Leverkusen : Klinikum baut 100 weitere Parkplätze

Und auch die nächste Formulierung dürfte bei den Christdemokraten sicher keine Freudenstürme auslösen: "Es ist an der Zeit, auch endlich wieder den politischen Weg zur Wiederbelebung der Auermühle zu ebnen. Da dies mit Herrn Buchhorn keinen Sinn hat, fordern wir den Kandidaten der SPD, Uwe Richrath , auf , sich klar zur Wiederbelebung der Auermühle zu bekennen."

Auf Anfrage unserer Zeitung behauptete Wokulat gestern zunächst, er kenne den Inhalt dieser Pressemitteilung nicht. Wenig später räumte er ein: "Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Mirko Apostolovski, hat meine Veröffentlichungen immer zugeschickt bekommen." Vielleicht klinge das jetzige Schreiben daher so sehr nach ihm. In der Sache werde er sich nicht äußern, meinte Wokulat: "Ich will nicht in den Wahlkampf eingreifen."

Unabhängig davon, wie viel Wokulat nun tatsächlich mit den Vorwürfen zu tun hat - Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn hielt den Anschuldigungen gestern diverse Argumente entgegen: Die Abstimmung im Stadtrat zur Aufgabe des Schwimmbetriebs 2013 sei bei acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen von enormer Mehrheit getragen gewesen. Zudem sei das Ganze nicht seine Idee gewesen, sondern schon vor seiner Amtszeit angestoßen worden. Buchhorn ist aber überzeugt: "Wenn nur zehn Prozent aller Auermühlen-Unterstützter tatsächlich auch dort schwimmen gegangen wären, wäre das Bad heute noch in Betrieb."

(RP)