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Evangelische Kirchen in Leverkusen : Weihnachts-Gottesdienste online

Gemeinden in Leverkusen : Evangelische Kirchen: Weihnachts-Gottesdienste nur online

In der Friedenskirche geht es mit der Kamera auf den Weg nach Bethlehem. Anders als in katholischen Gemeinden der Stadt soll es in den evangelischen keine Präsenz-Gottesdienste geben.

Wochenlang haben sich rund 30 Jugendliche der Evangelischen Kirchengemeinde Schlebusch auf den Heiligen Abend 2020 vorbereitet. Sie haben ein Konzept entwickelt, Rollen einstudiert, Kostüme genäht und Stationen der Weihnachtsgeschichte gebaut. Daran sollten Familien und Kleinstgruppen in großem Abstand entlang geführt werden. Nun wurde kurzfristig alles abgeblasen. Am Donnerstagabend hat das Presbyterium in einer Sondersitzung entschieden, dieses Jahr zu Weihnachten auf sämtliche Präsenzveranstaltungen zu verzichten.

Zum Schutz vor möglichen Infektionen sollen alle zu Hause bleiben und die Gottesdienste am Fernseher oder PC-Bildschirm verfolgen. Die Mehrheit der Presbyterien sah das genauso, deswegen gilt die Absage im ganzen Evangelischen Kirchenkreis, zu dem neben Leverkusen auch Leichlingen, Burscheid, Langenfeld und Monheim gehören.

„Die Jugendlichen waren natürlich sehr enttäuscht“, räumt der Schlebuscher Pfarrer Gunnar Plewe ein. Mit großer Begeisterung hätten sie die tolle Aktion auf dem gesamten Gelände der Friedenskirche geplant. Die Konfirmanden hätten den Part des Bühnenbaus übernommen und sogar Hilfe von einem Szenenbildner des WDR bekommen. Die Vorstellung, dass am 24. Dezember über 400 Menschen an ihren einzelnen Krippenszenen vorbeilaufen würden, habe sie allerdings auch beunruhigt. Das soll nicht umsonst gewesen sein. Deswegen haben sich am Montag Nachmittag alle Beteiligten verkleidet und so positioniert, wie es für den Heiligen Abend vorgesehen war. Mit einer Kamera wurde der Weg gefilmt für einen virtuellen Krippengang. Der ist zusammen mit einer kleinen Andacht auf der Website (www.kircheschlebusch.de) zu sehen.

 Die Christmette in St. Remigius findet statt (mit Anmeldung), ist aber auch online abrufbar. 
Die Christmette in St. Remigius findet statt (mit Anmeldung), ist aber auch online abrufbar.  Foto: Miserius, Uwe (umi)

Wie in Schlebusch wurde auch in den anderen elf Gemeinden des Kirchenkreises seit Monaten überlegt, wie man Weihnachten unter Corona-Bedingungen feiern und möglichst viele Menschen daran teilhaben lassen kann. Es wurden Freiluft-Gottesdienste an unterschiedlichsten Orten und Stationen-Gottesdienste geplant, neben klassischen Formaten in den Kirchen mit nur wenigen Besuchern in großem Abstand.

Seit Wochen haben die Gemeindebüros Anmeldungen entgegengenommen, klar definierten Plätzen zugeordnet und persönliche Daten zur Rückverfolgung notiert. Parallel haben alle Online-Gottesdienste vorgesehen. „Wir haben gute Hygienekonzepte, sie bieten ein hohes Maß an Sicherheit, es ist alles vorbereitet – und trotzdem haben sich die Presbyterien mehrheitlich dazu entschieden, Gottesdienst in Präsenzform abzusagen“, sagt Pfarrer Bernd-Ekkehart Scholten, designierter Superintendent. „Das haben wir schweren Herzens getan, weil wir es für ein Gebot der Verantwortung halten, auf Versammlungen mit vielen Menschen zu verzichten.“ Bei den getroffenen Entscheidungen verzichte man zum Wohl der Gesellschaft auf das, was für die Kirche eigentlich das Wichtigste ist: in Gemeinschaft Gottesdienste zu feiern.

Viele Kirchen öffnen am Heiligen Abend zum Gebet. Krippenfeiern haben die katholischen Pfarreien Leverkusens dieses Jahr von vornherein ins Netz verlegt. Die geplanten Präsenzgottesdienste mit bewährten Hygiene-Maßnahmen und Anmeldung sollen aber stattfinden, so der Stand am Dienstag. Zusätzlich bieten die Gemeinden Gottesdienste online an, manche als Livestreaming. So wie die Pfarrei St. Remigius, die schon seit dem ersten Lockdown ihren eigenen Kanal hat: www.remi-tv.de

„Weihnachten findet statt“, heißt es auf der Homepage des Seelsorgebereiches Leverkusen-Südost. Gläubige finden dort eine Auswahlliste  von 38 Weihnachtsgottesdiensten. Unerlässlich ist jedoch eine  telefonische Anmeldung. „Es gibt noch Plätze  –  einige Gottesdienste sind auch schon ausgebucht“, heißt es dort. Anmeldungen werden unter Telefon 021456317 entgegengenommen. Angemeldete Besucher, etwa mit Krankheitssymptomen, werden geben sich abzumelden.