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Evangelische Gemeinde in Leverkusen schließt Kirchen

Evangelische Gemeinde : Übrig bleibt nur die Bielertkirche

Die evangelischen Gemeindezentren in Quettingen und Lützenkirchen schließen.

Die Auflösung der Gemeindezentren Friesenweg und Humboldtstraße vor gut zehn Jahren war nur ein Anfang. Seit etwa einer Woche steht fest: auch die Quettinger und Lützenkirchener Kirchen müssen veräußert werden, damit die evangelische Kirchengemeinde Opladen – mit fast 9000 Christen eine der größten im Kirchenkreis Leverkusen  –  überleben kann.

Letztlich sicher ist das schon seit 2018, als der Plan, das Gotteshaus in Quettingen aus dem Baujahr 1964 für 400.000 Euro zu sanieren, aus Kostengründen verworfen wurde. Bereits sieben Jahre zuvor war die 1972 errichtete Kirche in Lützenkirchen zum gleichen Preis umfangreich renoviert worden – überflüssig aus heutiger Sicht, räumten Pfarrer Martin Weidner und sein Amtskollege Stephan Noesser beim Pressegespräch ein. Seit letztem Jahr steht nun fest, dass sich die Gemeinde nur noch ein Zentrum leisten kann. Welcher der drei Standorte in Frage komme, blieb bislang offen. Erst vor einer Woche haben Gläubige von diesem einstimmigen Votum des Presbyteriums erfahren. Fakt ist, die Gemeindezentren in Lützenkirchen und Quettingen werden umgenutzt oder verkauft, die neue Konzentration liegt rund um die denkmalgeschützte Bielertkirche.

Doch es gibt einen Trost: Die Gemeindearbeit in den Stadtteilen – mit insgesamt 4500 Betroffenen – wird nicht eingestellt, sondern auch künftig fortgesetzt, verspricht Weidner. Ohnehin geschieht die Veränderung nicht schon morgen. Sondern erst, wenn die Bielertkirche dem künftigen Platzbedarf entsprechend angepasst ist. Und auch an diesem Gotteshaus sind Sanierungen dringend erforderlich: Voraussichtlich 2021 wird der Turm, 2022 das Dach erneuert.

Insgesamt gehe es aber nicht nur um Architektur oder Gebäude, sind sich die Geistlichen einig. Vielmehr ständen Menschen im Mittelpunkt aller Um- und Neustrukturierungen, die weder Resignation noch Rückzug bedeuteten. Vielmehr liege eine einmalige Chance in dieser „historischen Entscheidung“ – in diesem Zusammenhang erinnerte Noesser an die 150 Jahre zurückliegende Gründung der Gemeinde. „Um der heranwachsenden Generationen willen dürfen wir uns neu erfinden“, sagte der Leiter des Projektes „Herausforderungen – gemeinsam lösen“. An dem Entstehungsprozess auf dem Weg zu einer modernen, attraktiven Kirchengemeinde im 21. Jahrhundert – womöglich mit neuen Gottesdienstformen, niedrigschwelligen Angeboten und Strahlkraft bis in den Ortskern – sollten sich möglichst alle Gemeindemitglieder beteiligen, hieß es.