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Evangelisch an Dhünn, Wupper und Rhein heißt die neu formierte Evangelische Gemeinde mit 5600 Mitgliedern.

Neu formiert : Drei Flüsse, zwei Kirchen, eine Gemeinde

„Evangelisch an Dhünn, Wupper und Rhein“ heißt die neu formierte Evangelische Gemeinde mit 5600 Mitgliedern.

Seit dem 1. Januar sind die Evangelischen Gemeinden Küppersteg/Bürig und Rheindorf zu einer Gemeinde fusioniert. „Evangelisch an Dhünn, Wupper und Rhein“ ist der neue Name, auf den sich Mitglieder beider Bezirke einigten. Ein neues Logo und entsprechender Internetauftritt müssen noch entwickelt werden. Ein Zeichen dafür, dass man noch mitten im Prozess des Zusammenwachsens befinde, erklärt Ex-Presbyter Ulrich Freund.

Er gehört wie seine Rheindorfer Kollegin Renate Busse-Baldringer zum Bevollmächtigten-Ausschuss, der in der Übergangszeit die Aufgaben wahrnimmt, bis am 22. März das neu gewählte Presbyterium eingeführt wird. Das wird dann aus zwölf Mitgliedern bestehen, je zur Hälfte aus den beiden Bezirken, plus jeweils ein Mitarbeiter-Presbyter. Das gemeinsame Siegel, das außer dem Namen ein Schiff auf drei Wellen (für die drei hier befindlichen Flüsse) zeigt, gibt es schon. Und der erste gemeinsame Gemeindebrief der ebenfalls fusionierten Redaktionen wurde bereits zum Beginn des Kirchenjahres am 1. Advent herausgegeben. Damit sind die Leser erstmals umfassend informiert über die Angebote in den beiden Zentren, in denen sich künftig so gut wie nichts verändern soll. Auch Personal werde nicht abgebaut, und beide Gemeindebüros bleiben als Anlaufstelle. Verwaltungstechnisch erhofft man sich Synergien, und eventuelle größere Ausgaben seien vereint besser zu steuern.

Sowohl in der Petruskirche als auch in der Rheindorfer Hoffnungskirche sollen die Sonntags-Gottesdienste verlässlich stattfinden. Mit einigen Ausnahmen wahrscheinlich, meint der Rheindorfer Pfarrer Hansgerd Mertzen, und nennt als Beispiel das Gemeindefest, das künftig groß und zusammen gefeiert werden soll. Über die Zeiten werde man vermutlich nachdenken müssen, setzt sein Kollege Bernd-Ekkehart Scholten hinzu. Man kann sich schließlich leichter aushelfen, wenn es grundsätzlich möglich ist, dass ein Theologe beide Gottesdienste leiten kann.

Unterstützt werden sie von einer Pastorin mit 75-Prozent-Stelle, die erhalten bleibt. Vertreten haben sich die Kollegen auch bisher schon. Auf „Kulanz“ nennt es Scholten, künftig ist das vertraglich geregelt in der Konzeption, die in Gemeindeversammlungen und Zukunftswerkstätten erarbeitet wurde.

Vier Jahre hat dieser Prozess gedauert, der damals ohne Not oder Zwang von oben in Gang gesetzt wurde, um sich – ohne Einbußen – rechtzeitig zukunftsfähig aufzustellen. Alle Gruppen und Kreise werden erhalten bleiben, betont Ulrich Freund. Und zwar mit den jeweiligen Schwerpunkten. Etwa bei der Jugendarbeit, die sich im Keller der Hoffnungskirche bei guten räumlichen Bedingungen etabliert hat. Mit je 2800 Gemeindegliedern sind die Partner etwa gleich groß, die Struktur ist ähnlich. Beide haben bereits Pfarrstellen reduziert und sich von Gebäuden verabschieden müssen.