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Leverkusen: Europa im britischen Gaumentest

Leverkusen : Europa im britischen Gaumentest

Die Engländer kennen sich mit Kulinarik nicht aus? Von wegen. Beim Europafest im Park von Schloss Morsbroich räumte Simon David Peacock am Sonntag mit Geschmacks-Vorurteilen auf und testet sich einmal durch Europas Küche(n).

Ob griechischer, türkischer oder albanischer Natur — auf dem gestrigen Europafest im Park von Schloss Morsbroich reihten sich die ausländischen Gaumenfreuden an den Ständen der Leverkusener Vereine nur so aneinander. Wir haben den Briten Simon David Peacock vom Freundeskreis Bracknell auf eine kulinarische Reise durch Europa geschickt und einige typische Speisen der Nachbarländer probieren lassen.

"Wir mögen scharfe Sachen"

Los geht's beim Italienischen Familienverein. Hier bekommt der 26-Jährige Oliven, eingelegte Paprika und Bruschetta auf einem Pappteller serviert. "Italienisch esse ich eigentlich nicht so gerne", gesteht der Brite und spießt mit seiner Gabel eine Olive auf. "Ich bin es ja auch nicht so gewohnt, in England haben wir anders als hier hauptsächlich indische und pakistanische Restaurants. Wir mögen scharfe Sachen."

Da kommen die Speisen des Mesopotamischen Jugend- und Kulturzentrums wie gerufen: Hier bestellt Peacock eine kurdische Pizza — mit Zwiebeln, Hackfleisch, Knoblauch und diversen Kräutern. "Die ist schärfer, als ich es von türkischen Pizzen gewohnt bin", kommentiert der Engländer, während er die Teigtasche unter einem der großen weißen Schirme verspeist.

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Nach der deftigen Pizza muss etwas Süßes her. Der Marokkanische Eltern- und Jugendverein bietet bunte Kokos-Plätzchen und heißen Tee mit frischen Pfefferminzblättern feil. "Der ist wirklich ganz süß", sagt Peacock, nachdem er einen Schluck genommen hat, und kräuselt die Nase. Dann schnuppert der Brite an einem Keks: "Der riecht wie unser Shortbread daheim." Und schmeckt offensichtlich auch so: "Es ist Shortbread!", sagt Peacock überzeugt. Erinnerungen an seine Kindheit werden wach: "Ich bin einige Jahre in Dubai zur Schule gegangen, da gab es auch immer so süße Sachen", erzählt er.

Serbischer "Schliwowitz"

Zum Schluss ein kleiner Verdauungsschnaps. Da ist der Engländer beim Serbischen Kulturverein an der richtigen Adresse: Hier gibt's 45-prozentigen "Schliwowitz", also Pflaumenschnaps. Peacock hält sich das Pinnchen unter die Nase und sagt: "Erinnert mich an wenig an den Sloe Gin (Schlehenlikör), den meine Mutter macht." Als er einen Schluck nimmt, ändert sich seine Meinung im Nu: "Der Geschmack ist doch anders, fast schon wie Wodka — und wo die Pflaume da sein soll, weiß ich nicht", urteilt der Insulaner und verkündet wenig später: "Der ist zu stark für mich, das brennt richtig im Hals." Dann doch lieber Pfefferminztee.

(jube)