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Leverkusen: ESV-Heim geht in Flammen auf

Leverkusen : ESV-Heim geht in Flammen auf

Von dem Gebäude des Eisenbahner-Sportvereins (ESV) Opladen 1928, in dem sich die Mitglieder der Freizeitabteilung regelmäßig getroffen haben, ist nicht mehr viel übrig. Das Dach ist weg, die Wände sind verkohlt, die Fensterscheiben fehlen oder sind zersplittert.

Er selbst hatte am Abend des Feuers auf dem nahegelegenen Fußballplatz des ESV trainiert. "Plötzlich rief jemand: ,Da brennt es!'" Hinter den Bäumen des Sportplatzes seien schon die Flammen zu sehen gewesen. Als die Sportler hinüberliefen, sahen sie, dass sie nichts mehr machen konnten. "Die Flammen waren mehrere Meter hoch. Wir konnten nur noch die Feuerwehr rufen." Und weitertrainieren, wenn auch mit einem Kloß im Magen. "In dem Vereinsheim steckt sehr viel Herzblut", betont Dahl. Man pflege ein gutes Verhältnis unter den einzelnen Abteilungen des Vereins. "Daher war das Feuer für alle ein Schock."

Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit 43 Kräften und 13 Fahrzeugen von Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren Opladen und Bürrig im Einsatz. Mehrere Trupps unter Atemschutz löschten den Brand, der auch auf einige Bäume und Sträucher übergegriffen hatte. Während des Einsatzes wurden außerdem drei Gasflaschen aus dem eingeschossigen Gebäude geborgen und gekühlt. "Die Gasflaschen brauchen wir, weil wir keinen festen Gasanschluss auf dem Gelände haben", erklärt Andreas Dahl. Bis zum frühen Freitagmorgen waren Feuerwehrleute vor Ort. Auch die nahe gelegene Bahnstrecke musste für eine halbe Stunde gesperrt werden. Die Gleise wurden laut Polizei nicht beschädigt. Es sei auch niemand verletzt worden. Die Beamten schätzen den Schaden auf mindestens 200.000 Euro. Ersten Ermittlungen zufolge könnte ein technischer Defekt die Brandursache sein.

Gebrannt hat es auf dem Areal laut ESV noch nie. Statt dessen habe es zahlreiche Einbrüche in das Vereinsheim gegeben, dessen Zugang gegenüber der - vom Feuer unbeschadeten - "ESV Festhalle" liegt. "Wir haben deshalb immer weiter aufgerüstet", berichtet Regina Manderfeld vom Vorstand und zeigt auf die noch zu erkennenden Gitter vor den Fenstern. Sie ist, ebenso wie andere Mitglieder, die sich ein Bild von der Lage machen, zutiefst bedrückt.

"Wie es jetzt weitergeht, wissen wir nicht", sagt sie. Die Freizeitabteilung des ESV habe 36 Mitglieder, ein Teil von ihnen habe der 2012 geschlossenen Tennisabteilung angehört. "Sie haben hier ihre Jugend verbracht", erzählt Manderfeld. Die Freizeitabeilung habe Kanufahrten, Ausflüge, Spieleabende und zahlreiche gesellige Treffen organisiert. Vor dem Vereinsheim stehen noch ein aufblasbarer Pool und ein Trampolin. "Das ist hier eine Anlaufstelle für viele Familien aus Opladen", sagt sie. "Nach dem Ende der Tennisabteilung haben wir das Grundstück gepflegt." Die Mitglieder hätten Blumen gepflanzt, Hecken und Bäume geschnitten und den Rasen gemäht. Zuletzt sei am Donnerstag um 18.30 Uhr ein Vereinsmitglied in dem Clubhaus gewesen, berichtet Dahl. "Er hat Essen dorthin gebracht, weil er in dem Vereinsheim am Samstag seinen 40. Geburtstag feiern wollte."

(sug)