Erster "Career Day" in Opladen für Fachhochschul-Studierende

Angebot für Fachhochschul-Studierende in Leverkusen : Die Zukunft ausloten beim „Career Day“

An Unis sind Messen zu Berufsorientierung gang und gäbe. An Fachhochschulen noch nicht. Premiere im Probierwerk.

Naturwissenschaftler sind gefragt, nicht nur klassisch im Labor, sondern vor allem auch in der Industrie, bei Dienstleistungsunternehmern und in der Forschung sowieso. Die Auswahl an Jobmöglichkeiten ist groß und zum Teil so vielfältig, dass sich die jungen Absolventen häufig überfordert fühlen. An Universitäten sind „Career Days“ – kleinere Messen bei denen sich potenzielle Arbeitgeber bei den Studierenden vorstellen – gängige Praxis. Explizit für Studierende der Fachhochschulen gab es so etwas aber bislang noch nicht, berichtet Nora Diehl vom Graduierteninstitut NRW (GI NRW), ein noch recht junger Zusammenschluss aller FHs im Land, mit dem Ziel ihre Wissenschaftler zu vernetzen und ihre Position gegenüber Universitäten zu stärken.

Naturwissenschaftler, Studierende und Doktoranden der Region trafen sich also jetzt zum ersten „Career Day“ des GI NRW und des Forschungsinstituts der Technischen Hochschule Köln im Opladener Probierwerk, um sich bei Vertretern diverser Branchen über Jobperspektiven zu informieren und untereinander zu netzwerken.

Auch wenn Praktika zum Curriculum aller Studierenden gehöre und Absolventen von Fachhochschulen ohnehin den Ruf einer praktischeren akademischen Ausbildung genießen, sagt Diehl offen: „So viele Praktika kann man gar nicht absolvieren, um ein vernünftiges Bild seiner Möglichkeiten zu bekommen.“ Entsprechend begehrt war die Teilnahme an dem Tag, bei dem Vertreter diverser Branchen zu Gast waren und etwa über ihre Tätigkeit im Qualitäts- oder Pharmamanagement berichteten, als Patentanwalt oder im Consulting. Passend zum Veranstaltungsort berichtete auch Tom Frenzel vom Probierwerk über die Gründung eines Start-Ups.

Shaliny Sothyrathnam, Pharmazie-Studentin am TH-Köln-Standort Leverkusen, nutzte den Tag, um neue Impulse für ihren Werdegang zu erhalten: „Ich finde es super, dass es so etwas gibt, wo man Naturwissenschaftler von anderen Hochschulen kennen lernen, und sich über Jobchancen informieren kann. Das ist viel wert.“ Die 21-Jährige, die derzeit ihr Bachelor-Studium absolviert, strebt eine Promotion an und interessierte sich an diesem Tag vor allem für den Vortrag von Anna Stovall über Scientific Communication bei Miltenyi Biotec, einem Bio­technologieunternehmen in Bergisch Gladbach.

Kommilitonin Stella Rotfuß und Katja Schiedlauske (beide 26) wollen ihren Berufsweg nach dem Master antreten und interessieren sich für eine Anstellung in der Industrie. „Dass man als Naturwissenschaftler überall einen Job bekommt, würde ich so nicht unterschreiben wollen“, sagte Rotfuß. Daher sei auch ihr die Teilnahme am Career Day wichtig.

Referentin Dagmar Hirsch vom Qualitätsmanagement der Firma InfectoPharm machte den Anwesenden in Anbetracht der großen Anzahl an Möglichkeiten, Mut. Sie riet den Teilnehmern: „Trauen Sie sich einfach, sich auf eine Stellenausschreibung zu bewerben, wenn Sie diese interessant finden, auch wenn sie nicht explizit für Ihre Studienrichtung aufgeführt ist. Seien Sie aktiv und forsch.“

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