Leverkusen: Erste "Fair-Trade"-Plakette in Leverkusen

Leverkusen: Erste "Fair-Trade"-Plakette in Leverkusen

Für viele Menschen wird es immer wichtiger, Lebensmittel sowie Dinge des täglichen Gebrauchs bewusst zu erwerben und schonend mit diesen Ressourcen umzugehen. Dazu gehört auch ein fairer Handel mit eben jenen Produkten. Das bedeutet, dass die Produzenten, die oft in Entwicklungsländern arbeiten, gerecht entlohnt werden. Die Stadt hat sich vorgenommen, dieses Vorhaben zu unterstützen. Geschäfte und Lokale, die Fair Trade-Produkte im Handel haben, erhalten eine Plakette.

Gestern wurde die erste ihrer Art in Opladen angebracht. Das bekannte Feinkostgeschäft "Vom Fass" erhielt sie. Insgesamt können im Stadtgebiet 67 Geschäfte und 26 Gastrobetriebe ausgezeichnet werden. Sie besitzen mindestens zwei Produkte aus fairem Handel im Sortiment.

Bei Thomas Horn, dem Inhaber des bekannten Geschäfts in der Kölner Straße, sind dies getrocknete Mango, ein Wildmangoessig sowie Essig aus der exotischen Calamans - eine Art Limette von den Philippinen. Auch ein Wein gehört zu diesem Kreis. "Es ist ein verschwindend geringer Teil", gibt er ehrlich zu. Das liege daran, dass es recht wenig Artikel gibt, die zu seinem Angebot passten. Er habe sich natürlich den Markt betreffend schlau gemacht.

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Mit dem Projekt werde ein Zeichen für mehr Werthaltigkeit gesetzt, sagte Oberbürgermeister Uwe Richrath. In seiner kurzen Ansprache betonte er: "Opladen befindet sich im Wandel, durch ein solches Qualitätsmerkmal kann die Innenstadt belebt werden." In mühsamer Arbeit hatte eine kleine Steuerungsgruppe alle Händler in der Stadt angeschrieben und besucht. Ein Fragebogen verriet, ob die jeweiligen Händler Fair-Trade-Produkte führten. "Das war echt Sisyphusarbeit", sagte Eberhard Löschke, der diese Gruppe leitet. Zunächst habe man sich vor allem auf Lebensmittel und Blumen konzentriert, nun sollen verstärkt die Textilien in den Vordergrund rücken.

Der FairFührer (eine Art Kompass, in dem die entsprechenden Händler aufgelistet sind) enthält Beispiele aus dieser Branche, dort sei allerdings Platz für Nachholbedarf. "Fairer Handel sind eben nicht nur Kaffee und Bananen. Es gibt ihn auch dort, wo man ihn wohl nicht sofort vermutet", betonte Löschke. Und Richrath erklärte, die Textilbranche hinke bei dem Thema noch sehr hinterher. "Das ist immer noch ein Massenmarkt", sagte das Stadtoberhaupt.

(brü)