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Eröffnung: Meditations-Stationen am Rhein bei Leverkusen-Hitdorf

Meditations-Stationen am Rhein bei Leverkusen-Hitdorf : Besinnungsweg gegen den Seelenhunger

Am Rhein bei Hitdorf lädt ein neuer Weg mit fünf Stationen zum Verweilen und zur inneren Einkehr ein. Er konnte großteils aus dem Verfügungsfonds zum Integrierten Handlungskonzept für den Stadtteil bezahlt werden.

Fünf Meditations-Stationen, die zur inneren Einkehr einladen: Seit Donnerstag ist ein rund vier Kilometer langer Besinnungsweg am Hitdorfer Rheinufer eröffnet.
Bereits vor zwei Jahren brachte Christian Engels  – seit 2013 Diakon in St. Aldegundis Rheindorf und Sankt Stephanus Hitdorf  – die Idee aus dem Urlaub in Nesselwang (Allgäu) mit. „Dort gibt es einen Weg, der sich ‚Ge(h)zeiten‘ nennt“, erläuterte Engels im Beisein etlicher Hitdorfer Bürger und Bezirksvorsteherin Regina Sidiropulos.

„Dieser Besinnungsweg passt wunderbar ans Rheinufer“, urteilte die SPD-Politikerin über das Projekt, das aus dem Verfügungsfonds zum Integrierten Handlungskonzept finanziert wurde und als weitere Imageverbesserung für Hitdorf gelten soll. „Viele Menschen haben einen vollen Bauch, aber die Seele hungert trotzdem“, sagte Diakon Engels. „Das Wort ‚Lev‘ heißt ‚Herz‘ im Hebräischen. Der Stadt und dem Stadtteil ein Stück Herz zu geben, ist der Sinn dieses Weges“, fuhr er fort. Jede einzelne Station des Rundweges drehe sich um Lebensthemen von Menschen und zeige auf, was wirklich wichtig sei. Die reine Gehzeit zwischen den Stationen beträgt etwa eine Stunde und führt ausschließlich über befestigte Wege.

Die erste Station in Nähe der Wuppermündung ist mit dem Titel „Freundschaft in Freiheit“ überschrieben. An der zweiten Station erinnert „Verweilen und Wandern“ daran, das Leben zwischen Ruhe und Aktivität auszubalancieren. Die dritte Station „Wünschen und Träumen“ fordert dazu auf, dem zu folgen, was man innerlich spürt. Zwischen „Himmel und Erde“ gilt als Anregung, die Kraft und Energie der umstehenden Bäume zu fühlen, die fest verwurzelt in der Erde stehen. Die fünfte Station an der Fähre heißt „Kommen und Gehen“ und mahnt, dass Abschied und Neubeginn zu unserem Leben gehören. Alle Botschaften sind in Natursteine aus Grauwacke gemeißelt, die Künstlerin und Mitinitiatorin Eva Kohnen aus einem Steinbruch in Lindlar besorgte.

Dritter im Bunde des „kulturellen Dreigestirns“, wie Diakon Engels scherzhaft meinte, ist Georg Engel, Seniorchef der Firma Kaminbau Engel. Da im Verfügungsfonds für jedes beantragte Projekt eine maximale Fördersumme in Höhe von 5000 Euro gilt, die gesamten Kosten aber bei rund 7000 Euro lagen, schloss Engel die Finanzierungslücke und stellte Mitarbeiter und Material zur Verfügung. „Die Mittel aus dem Verfügungsfonds sind für dieses Jahr noch nicht erschöpft“, sagte Sylvia Schwanke vom Fachbereich Stadtplanung. „Wir haben eine Verlängerung beantragt, der die Bezirksregierung voraussichtlich zustimmt.“