Leverkusen: Erbprinz ist neuer Hochmeister

Leverkusen: Erbprinz ist neuer Hochmeister

Das Forum behalten die Mitglieder des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften als den Ort in Erinnerung, an dem Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein das Amt an Erbprinz Dr. Emanuel zu Salm-Salm übergab.

Seine bessere Hälfte hatte bei seiner Entscheidung ein nicht unerhebliches Wörtchen mitzureden: "Ich habe diese Aufgabe nur nach Rücksprache mit meiner Frau angenommen", erzählte Erbprinz Dr. Emanuel zu Salm-Salm. Der 49-Jährige wurde bei der Versammlung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gestern im Forum einstimmig zum neuen Hochmeister gewählt.

Er tritt damit in die Fußstapfen von Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein, der das Amt 21 Jahre lang bekleidete. Dieser hatte im März des vergangenen Jahres angekündigt, einen jüngeren Nachfolger für seine Position suchen zu wollen. "Man muss wissen, wann Schluss ist", lautete der Kommentar des 62-Jährigen gestern.

Anfang des Monats hatte der nun Ex-Hochmeister Salm-Salm in Korschenbroich als seinen Wunschkandidaten vorgestellt. Für seine Amtszeit hat sich der Erbprinz vor allem vorgenommen, Jugendliche für das Schützenleben zu begeistern und fürs Brauchtum zu gewinnen. "Es wird immer schwieriger, junge Menschen für Schützenvereine zu gewinnen", berichtete der 49-Jährige.

Derzeit seien nur rund zehn Prozent aller Mitglieder der 1300 Bruderschaften im Dachverband Jugendliche. Welchen Rat kann der neue Hochmeister jungen Menschen geben, die ihresgleichen werben wollen? "Derjenige, der seine Rolle als Schütze glaubhaft verkörpert, ist die beste Werbung", betont Salm-Salm.

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Innerhalb der Bruderschaft sei es wichtig, den Jungschützen Werte zu vermitteln. "Mein Amt als Hochmeister sehe ich als eine gesellschaftliche Aufgabe, die gut dafür geeignet ist, diese Werte zu repräsentieren."

Ein leidenschaftlicher Jagdreiter

Prinz Salm, wohnhaft in Rhede, ist selbst nicht Mitglied in einem Schützenverein. "Wir haben hier mehrere Bruderschaften — wenn ich einer beigetreten wäre, wären die drei anderen sauer gewesen", gestand der 49-Jährige schmunzelnd. Ausschließen möchte er einen Beitritt dennoch nicht: "Die Zeit wird's zeigen." 1300 Anträge wolle er aber nicht auf dem Tisch haben, scherzte Salm-Salm. In Sachen Schießen kennt sich der Erbprinz schon mal aus, immerhin geht er regelmäßig seiner Leidenschaft als Jagdreiter nach.

Zum Ende der gut besuchten Versammlung der Schützen wurde auf die geplanten Veranstaltungen des Dachverbandes in diesem Jahr hingewiesen: So findet Anfang Juni der Bundesköniginnentag in Kobern-Gondorf an der Mosel statt, das Bundesfest folgt Mitte September in Harsewinkel. Für die Jugendlichen der Bruderschaften wird der Bundes-Jungschützentag in Duisburg-Großenbaum organisiert. Der Hauptvorstand trifft sich zu einer Sitzung am 12. November (Langenfeld). Ein besonderes Ereignis stellt die Wallfahrt nach Rom im selben Monat dar.

(RP)