Entscheidung über Leverkusener Autobahn-Tunnel gefallen

Treffen der Ministerien : Lauterbach (SPD): Die Entscheidung zum Ausbau von A 1 und A 3 ist gefallen

Verkehrsministerien in Düsseldorf und Berlin sollen sich auf eine Variante geeinigt haben: Kurzer Tunnel für die A 1, kein Tunnel für die A 3. Leverkusener Bundestagsabgeordneter warnt vor Gefahren des Feinstaubs.

Die Verkehrsministerien des Landes und des Bundes sollen sich bei einer Arbeitstagung in Bonn auf eine gemeinsame Vorzugsvariante beim Ausbau der A 1 und der A 3 festgelegt haben. Sie entspricht der vom Landesministerium präferierten Variante eines  kurzen Tunnels bei der A 1 und einer  komplett oberirdisch geführten Trasse (ohne Tunnel) mit Spurerweiterung für die A 3. Das berichteten der Leverkusener SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach und  „Lev muss leben“, die Dachoganisation der Bürgerinitiativen für eine Kombilösung, am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Beide berufen sich auf übereinstimmende Quellen aus Düsseldorf und Berlin. „Damit ist die Entscheidung faktisch gefallen“, sagt Lauterbach. Zwar stehe eine abschließende Entscheidung von  Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer noch aus, doch würde der Minister erfahrungsgemäß kein Votum gegen seine Fachebene treffen, sagte Lauterbach und kündigte an, sich am 17. Januar mit Scheuer treffen zu wollen.

„Ein solches Treffen hat in Bonn nicht stattgefunden“, sagt ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums auf unsere Nachfrage. „Es gab ein routinemäßiges Bund-Ländergespräch in Düsseldorf. Von einer Entscheidung ist uns nichts bekannt.“ Im Bundesverkehrsministerium war eine kurzfristige Stellungnahme nicht zu erhalten.

Beide Ausbaustufen, A 1 und A 3, hingen planerisch zusammen, so Lauterbach und müssten in einem gemeinsamen Planfeststellungsverfahren  umgesetzt werden. „Mit dem kleinen Tunnel für die A 1 ist offenbar auch die Entscheidung für die A 3 gefallen.“   Lauterbach will Scheuer nun dazu bewegen, die beiden langen Tunnelvarianten für A 1 und A 3 prüfen zu lassen. Der lange Tunnel für die A 1 sei bisher als Variante nicht untersucht worden.

Lauterbach und die Initiativen setzen sich für jeweils lange Tunnellösungen bei A 1 und A 3 ein. Mit der von den Ministerien bevorzugten Lösung werde die Luft in Leverkusen schlechter, sagte Lauterbach und verwies auf eine neue wissenschaftliche Studie der Columbia-Universität, die etwa 200 weltweite Studien zu den Auswirkungen von Feinstaub zusammenfasst. Sie belege eindeutig, dass Feinstaub Autismus, psychische Störungen, Aufmerksamkeitsdefizite, Lernstörungen sowie geistige Behinderungen auslösen könne, so der Medizinprofessor, der neben seinem politischen Amt weiterhin an der Harvard School for Public Helath lehrt. Die möglichen Schäden träfen insbesondere Kinder im Alter bis sieben Jahre und ältere Menschen mit Demenz, da deren Filter an der Bluthirnschranke noch nicht oder nicht mehr ausreichend ausgeprägt seien.

Zu dem Thema Gesundheitsgefahr  durch Feinstaub will Lauterbach ein Buch schreiben, das im Rowohlt-Verlag erscheinen soll. Für den 7. Januar um 19.30 Uhr kündigt die Dachinitiative „Lev muss leben“ einen Vortrag Lauterbachs im Forum an.                

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