Leverkusen: Energie-Genossenschaft will mit Bauverein fusionieren

Leverkusen : Energie-Genossenschaft will mit Bauverein fusionieren

So groß die Hoffnung beim Start war, so groß ist jetzt - sechs Jahre später - die Ernüchterung: Der Genossenschaft Neue Energie Leverkusen (NEL) droht das Aus. Doch statt Liquidierung gibt es eine Option.

Und die lautet Fusion mit dem Gemeinnützigen Bauverein Opladen (GBO).

Fernbleibende wirtschaftlich tragfähige Investitionen und aktuelle Energiepolitik nannten die Vorstände Alexander Dederichs und Jens Bonow als Gründe für die Misere. In Verbindung mit notwendigen Wartungsarbeiten und rückläufiger Stromproduktion wies die Jahresbilanz entsprechend deutliche Verluste aus.

So produzierten insgesamt 2733 Module im Vorjahr nur 542.000 anstelle der prognostizierten 550.000 Kilowattsunden. Der Jahresüberschuss betrug 19.000 Euro. Darauf erhalten 130 Anteilseigner 2,5 Prozent Dividende. Das haben rund 20 Mitglieder bei der jüngsten Hauptversammlung beschlossen.

"Energie aus der Region - für die Region" lautete 2012 das Stichwort bei der Gründungsversammlung. Dieses Ziel wollen Vorstand und der für drei Jahre frisch wiedergewählte Aufsichtsrat um Bernd Fass jedoch weiter verfolgen. "Wir prüfen noch immer, was wir tun können und wo wir uns beteiligen können", sagte Fass. "Aber die Rahmenbedingungen fehlen eindeutig", bemerkte er, ehe die alles entscheidende Frage "Quo vadis?" gründlich diskutiert wurde. "Wir drehen uns im Kreis", betonte Hans-Jörg Schaefer und wies auf den Umbruch der gesamten Energiebranche hin. Wegen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) werde das Geschäft für alle Energiegenossenschaften schwieriger.

Eine Liquidation wolle man auf jeden Fall vermeiden. Deshalb gelte es die Kräfte zu bündeln. Ein Synergie-Effekt bringe deutliche Vorteile, verdeutlichte Fass. Denn der GBO praktiziere das, was eigentlich Ziel der NEL war. Wegen der Anlagen auf Dächern des Bauvereins bestehe ohnehin eine vertiefte genossenschaftliche Zusammenarbeit, sagte Dederichs. Fass sprach Klartext: "Wir benutzen die Struktur des Bauvereins, um NEL überhaupt laufen zu lassen. Diese Situation ist sehr unbefriedigend."

Deshalb gelte es verstärkt über eine Fusion nachzudenken und diese Entscheidung sorgfältig zu prüfen. Dazu gehöre auch ein Gutachten, das Fass beim Genossenschaftsverband in Auftrag geben werde, um zu prüfen, wie der Zusammenschluss gelingen könne. Nachdem der Überlegungsprozess nun gestartet sei, bestehe kein Grund zur Eile. Vielmehr wollten sich Vorstand und Aufsichtsrat ein Jahr Zeit lassen und ergebnisoffen beraten.

(RP)
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