Einzelhandel in Leverkusen kämpft mit Problemen

Leere Verkaufsflächen : Probleme des Einzelhandels: Eine Lösung ist schwer zu finden

Viele Verkaufsflächen in den deutschen Innenstädten stehen leer. Das stört das Bild – auch in Leverkusen. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) und die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) der CDU diskutierten daher mit Experten in Wiesdorf die Frage: Ist der Einzelhandel noch zu retten?

Viele Verkaufsflächen in den deutschen Innenstädten stehen leer. Das stört das Bild – auch in Leverkusen. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) und die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) der CDU diskutierten daher mit Experten in Wiesdorf die Frage: Ist der Einzelhandel noch zu retten?

Eine echte Antwort fanden die Beteiligten zwar schon: Er ist es. Doch wie genau diese Rettung aussehen könnte, darüber herrschte wenig Klarheit. Marcus Otto (regionaler Geschäftsführer Handelsverband NRW), Frank Schönberger (Vorsitzender der Werbegemeinschaft City) und Gregory Hedderich (Chef der Rathaus-Galerie) versicherten nur, dass es mehr erlebnisorientiertes Einkaufen brauche, um die Jugend zu locken.

Dabei spielen die verkaufsoffenen Sonntage eine große Rolle. Vier davon sind das Höchstmaß. Zudem muss ein Nebenprogramm laufen, das den verkaufsoffenen Sonntag rechtfertigt. Für manch Unternehmer seien diese Sonntage überlebenswichtig, betonte Otto. Falle dieser zudem in die Adventszeit, entscheide das oft über die Bilanz.

Özcan Özdemir, Gewerkschaftssekretär bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, ist von der Sonntagsarbeit wenig angetan. „Hier sind Menschen betroffen“, mahnte er. Viele seien im Einzelhandel „völlig überlastet“. Moderator Tim Feister wies darauf hin, dass die Sonntagsarbeit entsprechend entlohnt würde. Das, entgegnete Özdemir, sei aber nicht überall so. Galerie-Manager Hedderich hielt dagegen: 67 Prozent der Arbeiter befürworteten vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr. Für Otto war klar: „Das sind die Momente, in denen der stationäre mit dem Internethandel mithalten kann.“

Insgesamt sehe es nicht gut aus. 580 Milliarden Euro setze der Einzelhandel im Jahr um. Rund zehn Prozent davon über das Internet. Weitere 80 Milliarden machen die großen Städte wie Berlin oder Hamburg aus. „Man rechnet damit, dass im nächsten Jahr 50.000 Händler aufhören“, sagte Otto, und berief sich auf das Institut für Handelsforschung.

Während Wiesdorf für alle Beteiligten noch gut dasteht, weil Verkehrsanbindung und Auswahl gut seien, sehe das in den zwei anderen Zentren anders aus. In Schlebusch flammte zuletzt die Parkplatzdiskussion auf. Die Händler fürchten, durch fehlende Haltemöglichkeiten und angedachte Bauarbeiten abgeschnitten zu sein.  „Das wäre der Todesstoß“, monierte Ulrich Kemmerling (Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch). Otto pflichtete bei: Der Kofferraum sei die größte Einkaufstasche. Ein weiterer Zuhörer betonte, der Investor des Postgeländes in Wiesdorf müsse auch in die City C investieren. Dazu Schönberger: Lokale sind dort wegen veralteter Bauweise schlicht nicht mehr möglich.