Leverkusen: Einstimmig - Stadt und Politik kippen Kita-Leitfaden

Leverkusen: Einstimmig - Stadt und Politik kippen Kita-Leitfaden

Die "Rahmenkonzeption Tageseinrichtungen für Kinder der Stadt Leverkusen" von März vergangenen Jahres wird nicht mehr umgesetzt.

Einstimmig befürworteten die Mitglieder des Kinder- und Jugendhilfeausschusses jetzt den Entschluss der Stadtverwaltung, den umstrittenen Leitfaden zurückzuziehen. Insbesondere wegen des gruppenübergreifenden offenen Konzepts, bei dem Kinder selbst entscheiden sollen, an welchen Aktivitäten in der Kita sie teilhaben möchten, hatte es heftige Kritik an dem Papier gegeben. Die Stadt hatte es auf der Grundlage des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) herausgegeben.

"Die pädagogische Arbeit in den Städtischen Tageseinrichtungen für Kinder... erfolgt auf der Grundlage einrichtungsspezifischer Konzeptionen", heißt es jetzt in schönstem Amtsdeutsch. Das bedeutet übersetzt: Wer möchte, kann beim alten Konzept bleiben. Ob die Veränderungen, die "KiBiz" nahelegt, auch tatsächlich umgesetzt werden, entscheidet jeder Kindergarten künftig selbst.

  • Leverkusen : Stadt schafft Kita-Leitfaden ab

"Ich bin sehr froh, dass wir die Debatte vom Tisch haben und mit der Einstimmigkeit im Ausschuss auch dokumentiert wurde, dass wir eigentlich alle dasselbe wollen", sagte Kinder- und Jugenddezernent Marc Adomat nach der Sitzung.

Die Entscheidung dürfte auch Günter Bebermeier freuen. Der Vorstand des SSV Lützenkirchen kümmert sich mit seinem Verein um Kinder, die motorische Schwächen und eine schlechte Koordination haben (etwa zu ängstlich sind, von einer Bank oder Stufe zu hüpfen). "Dies tun wir mit entsprechend geschulten Übungsleiterinnen und von uns speziell hierfür gekauften Übungsgeräten", berichtet Bebermeier. "Es war für uns unverständlich und frustrierend zugleich, wie man uns mit unserem Kindergartenprojekt bei der Stadt vor die Tür gesetzt hat." In den konfessionellen Kitas in Lützenkirchen laufe das Projekt immerhin bereits seit sechs Jahren - mit großem Erfolg, wie der Vereinschef hinzufügt: "Wir sind stolz, dass wir das Programm nach wie vor aus Vereinsmitteln und Spenden finanzieren können."

(RP)