Müllheizkraftwerk: Ein Stück Klimaschutz bei der Avea

Müllheizkraftwerk : Ein Stück Klimaschutz bei der Avea

Ein 60 Meter hoher Kran wird ab Freitag drei Kühltürme vom Dach holen.

(US) Der Leverkusener Müllentsorger Avea setzt sich seit gestern optisch schwer in Szene: An der Abfallverbrennungsanlage in Küppersteg ließ die kommunale Firma einen 60 Meter hohen Kran montieren. Der Colonia-Riese (Gewichtsklasse: 600 Tonnen) ist das sichtbare Zeichen der Modernisierungsarbeiten an der Rauchreinigungsanlage. Nach Ende des Projektes wird das Müllheizkraftwerk („MHKW“) maximal rund zehn Prozent mehr Energie (Fernwärme/Strom) produzieren. Gesamtkosten der Maßnahme: bis zu acht Millionen Euro.

Ab Freitag werden die drei klotzigen Kühltürme auf dem Dach der Müllverbrennung schichtweise abgetragen. Neun Teile, je 20 Tonnen schwer, werden aus 42 Meter Höhe zu Boden befördert. Die Technik ist teils 30 Jahre alt und aus heutiger Sicht eine Energievernichtungsmaschinerie, sagte Betriebsleiter Detlef Austel gestern auf der Baustelle. Als Ersatz lässt die Avea Wärmetauscher montieren.

Der Vorteil: Mit diesen Geräten kann die Hitze aus dem Rauch gezogen und zur Herstellung von Dampf genutzt werden. Mit dem Dampf erzeugt die Avea Strom (künftig pro Jahr: 43.000 Megawattstunden) und Fernwärme (künftig: 135.000 Megawattstunden) und beliefert damit die Energieversorgung Leverkusen (EVL), die damit weniger Energie aus beispielsweise Kohlekraftwerken beziehen oder mit eigenen Blockheizkraftanlage erzeugen muss.

Im Endeffekt ist dies ein kleines Stück Umweltschutz. Bisher wird der Rauch durch Einspritzen von Wasser lediglich abgekühlt, ohne Zusatznutzen. In der Avea-Anlage mit den drei Verbrennungsöfen (Der Bau eines vierten Ofens ist seit Beginn der Avea-Gründung geplant) werden jährlich 210.000 Tonnen Abfall verbrannt. Übrig bleiben 55.000 Tonnen Schlacke, aus denen nochmal rund 5500 Tonnen Eisen, Kupfer und Gold separiert werden.

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