Halbmarathon in Leverkusen: Ein sehr nasses Laufvergnügen

Halbmarathon in Leverkusen: Ein sehr nasses Laufvergnügen

Dass es regnete, störte die meisten Vereins- und Hobbysportler nicht nachhaltig. Trotz des wenig erbaulichen Wetters gingen insgesamt 3350 Teilnehmer an den Start im Halbmarathon, über 10 000 Meter, in den Staffeln und Bambini-Läufen. Die Stimmung war dabei überraschend gut.

Da konnte der Moderator im Start- und Zielbereich auf der Kölner Straße noch so viele Scherze über "Sonnenschein" und "Super-Wetter" anbringen: Der EVL-Halbmarathon war für alle Beteiligten eine durch und durch nasse Veranstaltung. Trotz Dauerregens zwischen feinem Nieseln und starkem Regenguss ließen sich die Teilnehmer und Zuschauer jedoch die gute Laune nicht verderben. Ein kleiner Trost für Vereins- wie Hobbysportler war zudem Klaus-Peter Laux. Der Sportpark-Sprecher fuhr dem Feld im offenen Cabrio voraus — und stellte sich so den gleichen Wetterbedingungen wie sie. Als der Halbmarathon sich bereits auf den Weg machte, traf Hermann Odenthal noch die letzten Vorbereitungen. Der erfahrene Schlussfahrer vom RC Titan verstaute sein Telefon in einer Plastiktüte. "Bei solchem Wetter ist es sonst schnell hinüber. Das ist mir schon mal passiert", verriet er und schwang sich auf sein Rad. Überall, wo er im Stadtgebiet ankam wurde er von den Autofahrern schon sehnsüchtig erwartet. Denn erst, wenn er durch war, konnten die Verkehrssperrungen aufgehoben werden.

Im Gegensatz zu einem Radrennen musste Odenthal diesmal langsam fahren — und das nach genauer Vorgabe. Denn er war die Grenze: Wer langsamer war als der Schlussfahrer, musste ausscheiden und wurde — wie diejenigen, die von sich aus aufgaben — vom so genannten Besenwagen eingesammelt. Die letzten Halbmarathonis waren gerade erst los gelaufen, da ging es auch schon weiter im Programm. 141 Bambinis durften — aufgeteilt auf einen Tiger- und einen Froschlauf — erfahren, wie toll es ist, von der Stimmung getragen auf der Kölner Straße ins Ziel einzulaufen. Die jüngsten Läufer des Tages stärkten sich noch im Auslauf, da bog auch schon Veronica Pohl von Bayer 04 auf die letzten Meter ein. Mit einem strahlenden Lächeln überquerte sie nach 35:35 Minuten noch vor den schnellsten männlichen Startern die Ziellinie und versprühte umgehend reichlich Charme und gute Laune. "Es lief richtig gut. Ich fand es trotz des Wetters sehr angenehm. Außerdem hat mein Trainer sich ja auch tapfer durch den Regen gekämpft", sagte sie mit einem Augenzwinkern. Ihre liebe Not mit den Rahmenbedingungen hatte offensichtlich auch Dr. Britta Siegers. Die mehrfache Paralympics-Siegerin fuhr dem Halbmarathon wie gewohnt im Handbike voraus und kam voller Matsch (und dennoch lächelnd) im Ziel an.

Einen guten Rat von Pohl beherzigten glücklicherweise die meisten Läufer: "Obwohl viel Wasser von oben kommt, ist es wichtig, genügend zu trinken." Dass flüssige Erfrischungen bereit standen, dafür sorgten an mehreren Punkten der Strecke Helfer wie Heike Knobloch. Sie gehörte zum Team der doppelten Verpflegungsstation am Neuland-Park. Vom großen Durst vieler Läufer kündeten Unmengen von weggeworfenen Plastikbechern am Wegesrand, die die Laufrichtung anzeigten: auf der einen Seite hinein in den Park — auf der anderen wieder hinaus. "Als das Hauptfeld kam, hatten wir richtig gut zu tun und kamen mit dem Anreichen kaum noch hinterher", sagte Knobloch.

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