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Leverkusen: Ein Park im englischen Stil

Leverkusen : Ein Park im englischen Stil

Sommerzeit – Zeit für die Natur. Wer keinen Garten hat, den zieht es raus ins öffentliche Grün. In einer neuen Serie stellen wir Ihnen in unserer Zeitung die Grünanlagen und Parks von Leverkusen in loser Folge vor. Teil 2 dreht sich um den Schlosspark Morsbroich.

Sommerzeit — Zeit für die Natur. Wer keinen Garten hat, den zieht es raus ins öffentliche Grün. In einer neuen Serie stellen wir Ihnen in unserer Zeitung die Grünanlagen und Parks von Leverkusen in loser Folge vor. Teil 2 dreht sich um den Schlosspark Morsbroich.

Leverkusen Kunst und Natur müssen kein Gegensatz sein. Das kann man im Schlosspark Morsbroich erleben, wo Skulpturen der unterschiedlichsten Stilrichtungen mit Wiesen, Wasser und uralten Bäumen eine reizvolle Symbiose ergeben. Auch wenn das Museum Morsbroich geschlossen hat, kann man den äußeren Parkbereich als Spaziergänger nutzen.

Älter als der Englische Garten

Als 1774 das Schloss Morsbroich gebaut wurde, entstand auch der dazugehörige Schlosspark. Den Garten hat vermutlich der Vater des berühmten Landschaftsgärtners Peter Joseph Lenné, Peter Joseph Lenné d.Ä., angelegt. "Der Schlosspark entstand schon im englischen Stil und ist somit älter als der Englische Garten in München", erklärt Ulrich Hammer, Leiter der städtischen Abteilung Unterhaltung, dem früheren Grünflächenamt.

Der Park ist zwar im Besitz der KSL, der KulturStadtLev. Das städtische Grünflächenamt pflegt als Dienstleister aber den Park, mäht die Wiesen, pflegt die Beete. Der dazugehörige Wald untersteht Förster Karl Zimmermann. Der äußere Bereich außerhalb des Wassergrabens steht komplett unter Naturschutz.

Im Zeitalter der Aufklärung sollte der Landschaftspark nicht mehr Spiegel der Gesellschaft und der Machtverhältnisse sein, sondern die freien Formen dominierten. "Man ließ die Natur wachsen, wie sie ist", sagt Hammer. Durch die unauffällige Gestaltung wirkte der Garten größer, als er in Wirklichkeit ist. Wichtig waren die Sichtachsen, die aus allen Winkeln des Parks einen Blick auf das Schloss erlaubten. Das ist heute nur noch an wenigen Stellen möglich. Der Rest ist im Laufe der Jahre zugewachsen.

Die alten Bäume auf den Wiesen bilden schöne Schleppen: Ihre Äste strecken sich bis zum Boden, was man sonst eher selten in Parks sieht. "So verteidigt der Baum sein Revier", erläutert Hammer. Im Park findet man hauptsächlich Buchen und Eichen, aber auch einige gepflanzte Exoten wie eine Blutbuche, Platanen oder Taxodien aus den USA, eine Sumpfzypresse. Das Grün dominiert im Park. Blühende Pflanzen sucht man hier vergeblich. Dadurch wirkt der Park sehr still, naturbelassen und mit Wassergraben, Wasserfall und Brückchen auch verwunschen.

Insgesamt 16 Kunstwerke wurden im Laufe der Jahre rund um das Schloss Morsbroich aufgestellt. Sie kann man alle zu Fuß oder per Rad erreichen. Mit seinen 2,5 Hektar im Außen- und ungefähr 8000 Quadratmetern im Innenbereich ist der Park gut zu durchwandern und schön schattig an hochsommerlich-heißen Tagen. Und jedes Frühjahr kommt es zu einem besonderen Spektakel: Dann erblühen auf den Wiesen rund um das Schloss tausende Narzissen, die der Kunst (fast) die Show stehlen.

Infos Schlosspark Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80.

(RP)