Ein neues Heimatkino für Leverkusen

Filme in der Gaststätte : Ein neues Heimatkino für Hitdorf

Die alte Idee eines Stadtteilkinos soll wieder aufleben. Bis die Villa Zündfunke fertig ist, beginnen Filmvorführungen in einer Gaststätte.

Ein Stadtteil wie Hitdorf ohne Kino? Das geht gar nicht, dachte sich eine Gruppe aktiver Kinofreunde und hat beschlossen, das zu ändern. In Trägerschaft des Vereins „Villa Zündfunke“ und mit Unterstützung des Kommunalen Kinos Leverkusen möchten sie gemeinsam dafür sorgen, dass mit Beginn des nächsten Jahres auch in Hitdorf wieder regelmäßig Kinofilme über die Leinwand flimmern.

„Früher gab es hier schon einmal ein Kino“, erinnert sich Julius Busch, gebürtiger Hitdorfer und Mitglied des geschäftsführenden Vorstands „Villa Zündfunke“. Es war etwa in der Zeit zwischen 1930 und 1965 in einem Gebäude an der Hafenstraße untergebracht, wie ein Bild aus dem Jahr 1956 belegt, als der Film „Die Erlebnisnacht“ vorgeführt wurde. „Als Schüler habe ich dort noch Filme gesehen“, beschreibt Busch, „der Raum hatte ungefähr 100 Plätze.“ Das ehemalige Kino stand zwischen der ehemaligen Zündholzfabrik Fitzen und der Gastwirtschaft „Zum Anker“. Übrig geblieben sind nur noch Teile der ehemaligen Zündholzfabrik, in der heute das Kaminstudio Engel seine Ausstellungsräume hat.

Das alte Hitdorfer Kino befand sich an der Gastwirtschaft „Zum Anker“ von Johann Aretz an der Hafenstraße hinter der Bretterwand. Foto: Julius Busch

Künftig ist der Kinosaal im ersten Obergeschoss des künftigen Bürgerzentrums Hitdorfer Straße 196 als Mehrzweckraum für rund 50 Personen geplant. Die Idee, so Busch, ein Stadtteilkino am Ort zu etablieren, gab es schon, seit vor fünf Jahren erste Pläne zum Umbau der „Villa Zündfunke“ in ein Bürgerzentrum aufkamen. Gestartet werden soll das Projekt „Stadtteilkino Hitdorf“ vorerst – ähnlich wie im „Alten Bürgermeisteramt“ in Schlebusch – mit einer Vorstellung pro Monat. Weil die „Villa Zündfunke“ aber derzeit von Schadstoffen befreit werde und erste Abrissarbeiten im Januar beginnen, müssten die Kinofreunde bis zum nächsten Jahr in die Gaststätte „Auf‘m Lohr“ ausweichen, schilderte Vereinsvorsitzende Susanne Wybrands. Für die Anfangszeit könne man sich die technischen Geräte sicherlich vom Matchboxtheater – zwischen beiden Ortsvereinen bestehen eine enge Verbindung und ein guter Kontakt – ausleihen. Längerfristig sei die Anschaffung von Beamern und Vorführgeräten in Planung.

Finanziellen Rückenwind für die Startphase bekommen die Ehrenamtler durch den Verfügungsfonds aus dem Integrierten Handlungskonzept für Leverkusen-Hitdorf: Die Anschaffungskosten für das technische Equipment werden daraus finanziert. Sollte das Interesse groß genug sein, könnte Hitdorf rasch öfter in den Genuss von eigenen Kinovorstellungen kommen.

„Wir sind keine Konkurrenz fürs Kommunale Kino“, verdeutlichte Busch. „Wir wollen nicht die ganze Zeit sitzen, sondern auch Wert auf Geselligkeit legen.“ Das gelinge am besten bei Filmen, in denen eine Pause zum Essen oder für Gespräche eingelegt werde. Ebenso gut könne er sich Filme vorstellen, die in ein Seminar integriert seien. Ideen gebe es genug. Zum Beispiel könnte man Schulkinder sowie Neu-Bürger mit Filmen über die Ortsgeschichte informieren.

Vorstellbar sei überdies die Etablierung einer generationenübergreifenden Film-AG, so Busch, mit in einer Art medienpädagogische Filmwerkstatt. Dort könnten eigene Filme gedreht und gezeigt werden. So könnte man etwa schon im nächsten Frühjahr die Renovierung der Hitdorfer Straße filmisch begleiten.