Leverkusen: Ein Mann, zwei Frauen: das Dreigestirn

Leverkusen : Ein Mann, zwei Frauen: das Dreigestirn

Er ist Jungfrau Petra, sie sind Prinz Nico und Bauer Bernhard: Das neue Hitdorfer Dreigestirn steht fest. Und das Trio hat schon vor der neuen Session überrascht – mit einer Bewerbung an den Vorstand der KG Hetdörper Mädche un Junge.

So viel lässt sich jetzt schon sagen: Das designierte Dreigestirn wird neue Maßstäbe im Hitdorfer Karneval setzen. Denn: Eine Vorahnung dessen gab es bereits gestern im Biergarten an der Hitdorfer Fähre, als die Neuen dort von den Vorsitzenden der KG "Hetdörper Mädche un Junge" (HMJ), Uwe Steeg und Josef Landwehr, vorgestellt wurden. Prinz Nico I. (Nicole Steinfeld), Bauer Bernhard (Barbara Gieron) und Jungfrau Petra (Peter Schiefer) bilden nicht nur das erste gemischte Trifolium mit vertauschten Rollen. Die Drei sind auch insgesamt gut drauf und vor allem kreativ.

Das beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass sie ein "Bewerbungsschreiben" an den Vorstand der HMJ geschickt haben. "Das haben wir noch nie erlebt", schilderten die Vorsitzenden ihre Überraschung, als die Bewerbung eintraf. Entsprechend früh konnten sie die närrischen Regenten in spe vor Mitgliedern von HMJ und Fährgarde präsentieren – und nicht erst, wie so oft in den Vorjahren, erst nach langwieriger Suche im September.

Das 21. Dreigestirn, das die Jecken unter dem Motto "Jeck wie immer, su blieve mer, su simmer" durch die Session 2013/2014 führen wird, weiß sogar schon, mit welchen Liedern sie die Stadthalle rocken wollen – nur: Verraten wird natürlich noch nichts.

Die Idee wurde noch vor Ende der abgelaufenen Session geboren. Prinz und Bauer (Bernhard ist der Name des Ehemannes von Barbara Gieron) sind Kolleginnen in einem Steuerbüro, unterhielten sich locker und verteilten umgehend die Rollen. Dass Prinz Nico I. – die in ihrer Freizeit gerne im Garten arbeitet oder auf einer Kawasaki 750 die Gegend erkundet – sich überdies ehrenamtlich als 2. Vorsitzende des Hospizvereins betätigt, ist in ihren Augen kein Widerspruch. Im Gegenteil. Dessen Vorstand war der Meinung, das Prinzenamt sei eine super Idee und sie könne ja das Motto "Feiern, bis der Sensenmann kommt" aufgreifen. Auf jeden Fall wird für die 53-Jährige, die seit 1985 mit ihrem Ehemann in Opladen wohnt, bald ein Jugendtraum wahr. "Im Sternzeichen der Jungfrau geboren und aufgewachsen in einem Bauerndorf" träumte sie schon immer davon "Einmal Prinz sein in Hitdorf am Rhein". Besonders deshalb, weil der Hitdorfer Karneval so ursprünglich, irgendwie hausgemacht sei, der sie an ihre Kindheit erinnere. 21 Jahre ihres Lebens verbrachte Nicole Steinfeld in Nümbrecht, doch schon in der Jugend gehörten Sessionsauftakt und Sitzungen in Köln zur Pflicht.

Bauer Bernhard (52), geboren in Polen und seit 1970 in Deutschland, ist durch und durch mit dem Karnevalsvirus infiziert, seit sie ihren Mann an Weiberfastnacht 1976 kennen lernte. Die zweifache Mutter wohnt seit 1985 in Hitdorf, tanzt im Ballett der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) und ist beim Karneval stets dabei, besonders wenn es darum geht, Karnevalskostüme zu nähen. Jungfrau Petra – am Rosenmontag in Düsseldorf geboren – kam als letztes Mitglied dazu. "Der Funke sprang sofort über", erinnerte sich der 61-jährige Peter Schiefer, der 13 Jahre in Hitdorf wohnte, vor drei Jahren nach Rheindorf zog und seinen Beruf als Heilpraktiker und Hypnosetherapeut als Hobby bezeichnet. Alle Drei sind überzeugt: "Wir werden sicherlich viel Spaß und eine schöne Zeit erleben." Was zu beweisen wäre.

(gkf)