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Ein Leverkusener schreibt über seine Fußballgeschichte mit Bayer 04

Buch über die Bayer-04-Traditionsmannschaft : „Den Heynckes habe ich mal umgegrätscht“

Der ehemalige Bayer-04-Spieler Manfred Vetter erzählt von Partys mit der Traditionsmannschaft und Spielen vor stimmungsvoller Kulisse. Dazu zählen die beiden DFB-Pokalspiele gegen Borussia Mönchengladbach 1971.

Wer nach Ulf Kirsten, Carsten Ramelow und Jens Nowotny im Internet sucht, erhält sofort zahlreiche Treffer mit Informationen und Leistungsdaten der ehemaligen Bayer 04-Kicker. Bei Manfred Vetter ist das anders. Zugegeben, seine aktive Zeit als Spieler von Bayer Leverkusen liegt ein bisschen länger zurück als die der drei genannten Fußballer, doch sie eint noch etwas anderes: Alle spielen oder – im Fall von Vetter – spielten in der Traditionsmannschaft des Bundesligisten.

Über diese Traditionsmannschaft hat Manfred Vetter, heute 69 Jahre alt, ein Buch geschrieben. Und weil er schon mal dabei war, auch noch eines über sich und seine fußballerische Laufbahn. „Mir ist aufgefallen, dass ich irgendwie wenig Erwähnung finde, obwohl ich Anfang der 70er eine feste Größe war. Weil ich über die Jahre viele Bilder und viel Wissen angesammelt habe, wollte ich daraus mal etwas machen“, sagt er. So sind aus der losen Idee über Jahre hinweg die beiden Werke entstanden. „Die Arbeit habe ich doch ein bisschen unterschätzt“, gibt Vetter zu. Aber weil es ihm auch Spaß macht, sich mit dem runden Leder auseinanderzusetzen, sei es nicht so schlimm gewesen, dass es eben ein bisschen gedauert hat.

Angefangen hat Vetters Fußball-Karriere beim SV Bergfried in Steinbüchel, wo er einige Jahre in der Jugend spielte, zudem in der Stadtauswahl. Die Saison 1968/69 verbrachte der Leverkusener in der A-Jugend des 1. FC Köln – eine erfolgreiche Saison, wie Vetter erzählt. Am Ende wurde die Mannschaft Mittelrheinmeister.

Zur Spielzeit 1969/70 schloss Vetter sich dann der Werkself an, die in der Regionalliga West, der zweithöchsten Spielklasse, kickte. Trotz seiner nicht mal 20 Jahre war der Mittelfeldspieler schnell ein fester Bestandteil der Mannschaft. Als ein besonderer Höhepunkt sind ihm die beiden DFB-Pokalspiele gegen Borussia Mönchengladbach 1971 in Erinnerung geblieben. Dort spielten zu jener Zeit Größen wie Berti Vogts, Rainer Bonhof und Jupp Heynckes. „Den Heynckes habe ich mal umgegrätscht“, sagt Vetter und lacht. Aber auch Spiele vor einer großen Kulisse, wie in der Roten Erde in Dortmund und am Aachener Tivoli sind Erlebnisse, an die er sich gerne zurück erinnert. „Besonders stimmungsvoll war es bei Rot-Weiss Essen im Georg-Melches-Stadion“, sagt er.

Nach sechs Jahren endete seine Zeit unter dem Bayer-Kreuz. Eine Weile lang spielte Vetter noch im Amateurbereich. 1985, im Alter von 34 Jahren, gab er sein Debüt für die Traditionsmannschaft von Bayer 04. Die wurde 1959 vom Leverkusener Torwartidol der 50er Jahre, Fredy Mutz, gegründet. Auch dort feierte er einige Erfolge, unter anderem die inoffizielle Meisterschaft von 1991 bis 1993. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz wurde mit der Traditionself viel gefeiert. Deshalb beschreibt Vetter in seinem Buch nicht nur den sportlichen Werdegang der Mannschaft, auch das Drumherum kommt nicht zu kurz.

Ein besonderes Erlebnis war eine Reise nach Barcelona, wo 1993 eine Art Revanchespiel gegen Espanyol ausgetragen wurde. Revanche für den Uefa-Cup-Triumph von 1988, den die Bayer-Profis gegen die Katalanen einfuhren. „Da haben wir aber ziemlich alt ausgesehen“, gibt Vetter zu. Das habe aber auch mit zwei, drei Tagen Party in der spanischen Metropole zu tun gehabt, die dem Spiel vorausgingen, sagt der Leverkusener lachend.

Bislang sind die Bücher noch Unikate, die Vetter nur für sich angefertigt hat. Mit Bayer 04 soll aber ein Austausch stattfinden, und vielleicht findet sich das Werk über die Traditionsmannschaft dann auch im Fanshop wieder. „Das wäre natürlich toll“, merkt Vetter an.

Auch wenn der 69-Jährige nicht mehr selbst vor den Ball tritt oder junge Menschen darin anleitet, die Begeisterung und Faszination für den Sport hat ihn nie losgelassen. Auch heute ist er Bayer 04 noch stark verbunden. „Der Fußball hat mir so viel gegeben. Wenn es möglich ist, bin ich bei jedem Heimspiel auf der Tribüne“, sagt der Leverkusener. Und auch am Schreiben hat er Gefallen gefunden. Momentan recherchiert er für sein drittes Buch. Das beschäftigt sich mit der Geschichte seines Heimatvereins, dem SV Bergfried Leverkusen.