Leverkusen: Ein grüner "Fairteiler" für Lebensmittel

Leverkusen : Ein grüner "Fairteiler" für Lebensmittel

Am Kulturausbesserungswerk Opladen wird mit Hilfe einer ausrangierten Telefonzelle die Foodsharing-Idee gelebt.

Eine grüne Telefonzelle zum "Fairteilen" gibt es seit Mittwoch am Kulturausbesserungswerk Opladen (KAW). Dort können Interessierte ab sofort Lebensmittel in die Fairteiler-Telefonzelle bringen und für andere einlagern. Gleichzeitig ist es möglich, sich auch etwas von dort mitzunehmen.

Der erste Fairteiler in Leverkusen hat rund um die Uhr offen. In ihm liegen beispielsweise Konserven aus einem Supermarkt, der diese, weil sie kleine Beschädigungen haben, nicht mehr verkaufen können. Ähnlich ist das auch bei Paprika. "Wenn in einem Dreier-Pack eine nicht ganz so schön aussieht, meiden sie die Leute beim Einkauf. Der Inhalt ist aber noch genießbar", sagt Judith Backhaus. Sie holt fast täglich in Bergisch Neukirchen Lebensmittel von einem Supermarkt ab. "Mit Kinderwagen gehe ich zum Markt und nehme die Sachen mit und bringe sie anschließend zum Fairteiler oder in meine Kühltruhe bei mir daheim", erzählt sie. "Teilweise gehe ich mehrmals am Tag, wenn viele Lebensmittel weggeworfen werden."

In Leverkusen hat sich seit Februar diesen Jahres einiges getan, als die Initiative Foodsharing das Projekt durch ihre Botschafterin Mirjana Moreth in die Stadt brachte. Auf Facebook in der Gruppe "Foodsharing Leverkusen" machen mittlerweile 57 Mitglieder mit, die regelmäßig Lebensmittel retten und teilen. "Der Fairteiler ist daher besonders praktisch für diejenigen, die kein Facebook oder überhaupt kein Internet haben. Die können wir jetzt auch erreichen", berichtet Judith Backhaus.

Die Foodsharer und Lebensmittelretter aus Leverkusen suchen für ihren Fairteiler weitere Spenden. "Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Plexiglasscheiben für die Telefonzelle und ein zusätzlicher Kühlschrank, damit wir die Lebensmittel besser einlagern können wären super", meint Backhaus. "Deshalb dürfen auch keine schnell verderblichen Lebensmittel wie Molkereiprodukte, Zwiebelmett oder verschiedene Fleischsorten eingelagert werden", erklärt Mirjana Moreth, Botschafterin der Foodsharer in Leverkusen.

Als das Kulturausbesserungswerk KAW von der Idee der Foodsharer hörte, sagte esd sofort Unterstützung zu. "Wir freuen uns über den Fairteiler", sagt Richie Ranz, während er gerade einen Kasten Malzbier in die Telefonzelle einstellt. "Das Bier ist seit kurzem abgelaufen. Im KAW können wir das nicht mehr verkaufen, aber vielleicht hat jemand Interesse."

Wer etwas aus dem Fairteiler nimmt, muss nicht zwingend etwas hineinstellen. "Vor dem Verzehr, sollte aber erst einmal gerochen und getestet werden, ob die Sachen noch gut sind", erklärt Moreth. "Einen Anspruch auf Schadensersatz gibt's nicht, weil die Weitergabe von Privat zu Privat verläuft."

(RP)
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