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Ein 1000-Quadratmeter-Poster mit eigener Abwurfanlage in Wiesdorf

An der B8 in Wiesdorf : Ein 1000-Quadratmeter-Poster mit eigener Abwurfanlage

Das Wort hat es in sich: Riesenposter-Abwurfanlage. Die Daten dazu auch: Die mechanische Konstruktion mit einer Edelstahlwelle am oberen Rahmenrand besteht unter anderem aus 3,8 Tonnen Stahl und 400 Haken.

Und soll die weltweit einzige Anlage dieser Art sein.

Das Exemplar ist in Leverkusen montiert, genau an der Kreuzung der B 8 mit dem Willy-Brandt-Ring, quasi schräg unter dem Bayer-Kreuz. Stahl und Haken würde aber kein Autofahrer, der an der Ampelkreuzung warten muss,  viel Beachtung schenken, würden sie nicht eben zu jenem Riesenposter gehören, das der Chemiekonzern Lanxess genau an der Stelle werbewirksam platziert. Seit kurzem hängt ein neues großes Bild da. Vier nackte Füße, eng ineinander geschlungen, auf einer Sommerwiese.

Darüber spielt Lanxess mit seinem Leitsatz „Quality works“ (auf Deutsch so viel wie: Qualität funktioniert“) und macht daraus „Quality protects“, Qualität schützt. Der Konzern macht Werbung für seine Tochterfirma Saltigo, die den Wirkstoff Icaridin (Markenname: Saltidin) unter anderem in Leverkusen herstellt und weltweit vertreibt. Der Stoff sorgt in Insektenschutzmitteln wie dem bekannten Autan dafür, dass  Mücken, Zecken und Stechfliegen vom menschlichen Körper Abstand und ihre Beiß- und Stechattacken im Zaum halten. Jedenfalls für eine gewisse Zahl von Stunden.

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Um Zeit ging es auch beim kürzlichen Aufhängen des 1000 Quadratmeter großen Plakats an einem der Lagerhäuser entlang der Bundesstraße. An besagter Ampelkreuzung hatten Autofahrer da über mehrere Stunden Freiluftkino-Spaß. Denn das 22 Meter hohe und 47 Meter breite Werbeplakat haben speziell ausgebildete und für diesen Fall angeseilte Fassadenkletterer in Feinarbeit angebracht. Das rund 400 Kilogramm schwere Poster musste in luftigen 30 Metern Höhe in vier Bahnen an rund 1000 Ösen befestigt werden. Die Spezialisten wirkten neben den riesigen Bahnen fast schon wie Spielzeugfiguren.

Runter kommt das Riesenposter schneller. Denn abgeworfen „wird es im Bedarfsfall über einen speziellen Auslösemechanismus“, sagt Lanxess-Sprecher Mark Mätschke, „über die Abwurfanlage“.  Die Konstruktion hat der Konzern speziell für die regelmäßig wechselnden Motive entwickeln lassen. Und das nicht nur dafür, um beim Posterwechsel nicht erneut Industriekletterer herholen zu müssen. Sondern auch, „um sie im Falle eines Gebäudebrandes schnell und sicher entfernen zu können“, betont Mätschke. Wer wo den Hebel umlegt, damit das Poster im Bedarfsfall fällt, ver-
riet er nicht.

Und noch mehr riesige Zahlen zum Riesenposter hat der Konzernsprecher parat: Neben den 1000 Quadratmetern Gesamtfläche aus Netzvinyl  in vier Bahnen nennt er mehr als zwei Kilometer Spezialnylon für die Nähte, rund einen Kilometer Gurtband für die Reißfestigkeit, 134 Meter Klett- und Flauschverbindungen und mehr als 120 Liter Druckfarbe, damit die Füße auf der Sommerwiese auch gut zur Geltung kommen.