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Drogen-Prozess gegen Leichlinger vor dem Leverkusener Amtsgericht

Vor dem Amtsgericht : Drogen verschenkt, aber nicht damit gehandelt

Zwischen dem 1. Mai und dem 30. Juni 2018 soll ein 38 Jahre alter Mann aus Leichlingen im schweizerischen Niederglatt mit Drogen gehandelt haben. Dabei habe er Amphetamin, Extasy an einen damals noch Minderjährigen verkauft haben. Zudem habe er ihm Kokain angeboten – zu diesem Kauf sei es aber nicht gekommen. Der Beschuldigte verteidigte sich jetzt vor dem Amtsgericht Leverkusen gegen die Vorwürfe.

Hauptgründe für die Anklage gegen den Leichlinger war die Aussage des Käufers und ein Chatverlauf, der laut Auswertung Hinweise auf den Drogenhandel zwischen den beiden Personen geben sollte. Allerdings sollte sich dieser Vorwurf vor Gericht nicht halten lassen. Der 38-Jährige hatte zumeist die passenden Antworten auf die Fragen des Gerichts, infolge dessen der Handel nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte.

Zum einen wirkte die Aussage des minderjährigen Käufers eher unglaubwürdig. Er war nicht geladen, hatte bei seiner polizeilichen Vernehmung aber den Angeklagten als seinen Lieferant benannt. In der Tasche des damals gerade 17-Jährigen fand die Polizei aber eine ganze Reihe Drogen, die nicht von dem Beschuldigten stammen konnten.

Die Verteidigung arbeitete heraus, dass der junge Mann schon seit langer Zeit mit Drogen experimentierte und das schon vor der Bekanntschaft mit dem Angeklagten tat – demnach andere Quellen kannte, diese aber nicht benannte, um sie zu schützen.

Zu dem Chatverlauf, in dem sich der Minderjährige und der 38-Jährige eifrig über Rauschmittel unterhielten, sei es laut der Aussage des Beklagten rein um Austausch gegangen. „Er war sehr interessiert – und ich wusste viel“, sagte er. Dazu gehörte auch, ihm einen Wechselkurs (Euro/Franken) zu erklären. „Er hat genervt, ich war froh, als ich ihn los war“, betonte der Leichlinger. Daher habe er ihm, das gab er zu, drei Extasy-Tabletten geschenkt. „Das war ein Fehler. Ich habe mir da keine Gedanken zu gemacht“, sagte er.

Der Vorwurf der Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige wog schwer, Handel konnte nicht nachgewiesen werden. Das Urteil des Amtsgerichts: sieben Monate auf Bewährung, befristet auf zwei Jahre.