Leverkusen: Drei Monate kein Internet: Telekom entschuldigt sich

Leverkusen: Drei Monate kein Internet: Telekom entschuldigt sich

Die Reaktion von Dr. Walter Mende "Freude" zu nennen, wäre ungefähr so untertrieben, wie einen Lachkrampf als Schmunzeln zu bezeichnen. Aus jedem Satz des SPD-Fraktionschefs sprach am Mittwoch geradezu diebisches Vergnügen.

Aus gutem Grund. "Die Deutsche Telekom hat angerufen und sich entschuldigt", erklärte der Politiker, der seit einem Vierteljahr mit dem Branchen-Riesen im Clinch liegt, weil er kein Internet mehr hat.

Tags zuvor hatte sich Mende an die Öffentlichkeit gewandt, den Vorgang aus seiner Sicht geschildert und mit Schreiben seiner Rechtsanwältin untermauert. Demnach hatte ein Vertriebs-Mitarbeiter ihm im Dezember ein "Call & Surf Complete" VDSL-Paket verkauft, ohne ihn darauf hinzuweisen, dass es nicht mit seiner Fritz Box (Internetanschlussgerät) kompatibel ist. Bei der Umstellung war das Internet plötzlich futsch.

Drei Monate zog sich das Gezerre mit der Telekom um Wiederherstellung des alten Zustands hin. Mende, der das Hin und Her mit langen Wartezeiten, veranschlagten Technikerkosten und Schaden durch zusätzliche Fahrten schlicht als "kundenfeindliche Schikane" bezeichnete, setzte auf Rechtsbeistand. Nach einem Bericht unserer Zeitung hatte er Erfolg.

Gestern meldete sich eine Mitarbeiterin des "Serviceteams Vorstand" der Deutschen Telekom in seiner Kanzlei und entschuldigte sich, so Mendes Darstellung. Heute soll demnach ein Techniker bei ihm vorbeikommen und ein so genanntes Speedport installieren, das den Politiker wieder mit Internetzugang versorgt. Die Installation soll nichts kosten. Außerdem, sagt Mende, habe ihm die Telekom 150 Euro Schadenersatz zugesichert sowie angekündigt, ihm bereits abgebuchte Beträge für das Vierteljahr Internetausfall rückzuüberweisen.

Mende sieht sich bestätigt: Auch gegen einen Riesen kann man am Ende gewinnen.

(RP)