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Leverkusen: Drei Jahre und vier Monate für Opladener Bankräuber

Leverkusen : Drei Jahre und vier Monate für Opladener Bankräuber

Das Urteil fiel für den 29-Jährigen, der im Oktober vergangenen Jahres die Sparkassen-Filiale in Opladen überfallen hatte und dabei 27 500 Euro erbeutete, eher milde aus: drei Jahre und vier Monate Freiheitsentzug.

Schon im Plädoyer des Staatsanwaltes deutete sich an, dass der Angeklagte mit einer Strafe am unteren Ende der Vorgaben des Strafgesetzes rechnen konnte. Die Verteidigung plädierte freilich auf ein eher nachsichtiges Urteil und führte vor allem die persönlichen Umstände zur Entlastung an, die ihren Mandanten in eine Situation mit einer hohen Verschuldung und der drohenden Obdachlosigkeit getrieben hätten.

In der Urteilsbegründung meinte die Vorsitzende Richterin, dass der Angeklagte auch Glück gehabt habe, dass nämlich die Kassiererin der überfallenen Sparkasse den Überfall seelisch so gut verkraftet habe und schon am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen konnte: "Wir haben hier vor der Kammer schon Fälle erlebt, wo die Betroffenen ein Leben lang darunter leiden mussten." Wenn dem nicht so gewesen wäre, wäre "mit Sicherheit eine höhere Strafe verhängt geworden", machte die Juristin deutlich.

Das Gesetzt sieht für derartige Delikte — immerhin handelt es sich um einen "schweren Raubüberfall" — eine Mindeststrafe von drei Jahren vor, die je nach Umständen bis zu 15 Jahre ausgeweitet werden kann. Dabei hatte der Angeklagte auch Glück, dass ihm nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Pistole, mit der er die Kassiererin bedroht hatte, womöglich geladen war. So musste davon ausgegangen werden, dass die nicht gefundene Waffe eine nicht geladene Schreckschusspistole war, wie der Angeklagte erklärte. Mit einer geladenen Waffe wäre eine Strafe unter fünf Jahren nicht möglich gewesen.

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Auch wenn der Beschuldigte schon einige kleine Vorstrafen hat und das gestohlene Geld nach der Verhaftung des 29-Jährigen im November nicht wieder aufgefunden werden konnte, wirkten sich die persönlichen Umstände strafmildernd für den Angeklagten aus.

Die Richterin gab dem 29-Jährigen gestern in Köln noch auf den Weg, dass er jetzt im Gefängnis Zeit habe, über vieles nachzudenken: "Sie haben gute Voraussetzungen, ihr Leben in den Griff zu bekommen", merkte sie an. Die Richterin dachte vor allem an die gute Ausbildung, die dem Angeklagten nach Verbüßung der Strafe einen Weg zurück ins "normale Leben" ermöglichen sollte: "Ich hoffe, dass das eine einmalige Episode in ihrem Leben war."

(RP)