Leverkusen: Dreck am Bahnhof Opladen nervt Bürger

Leverkusen: Dreck am Bahnhof Opladen nervt Bürger

Drei Monate nach ihrer Eröffnung ist die Bahnhofsbrücke stark verschmutzt. Die Aufzüge sehen nicht viel besser aus. Heute gibt es um 17 Uhr unter dem Titel "Bahnstadt-Mittwoch" die nächste Begehung vor Ort.

Die Aufzüge am Opladener Bahnhof bieten von innen einen ziemlich unappetitlichen Anblick: Die Wände sind mit klebrigen Spuren einer undefinierbaren Flüssigkeit befleckt, in den Ecken liegen Schalen von Nüssen und einige Zigarettenstummel. Außerdem ist der Boden nass, obwohl es nicht geregnet hat. Was genau zu der Pfütze geführt hat, will man gar nicht wissen. Auf der Bahnhofsbrücke weiter oben sieht es ähnlich aus. Flaschen, Scherben, Unrat und erste Graffiti sind auf der erst vor rund drei Monaten eröffneten Überführung zu sehen. "Gerne gehe ich hier nicht lang", meint Susanne Albrecht, die nach eigenem Bekunden täglich die Brücke nutzt. Mit dem Fahrrad fahre sie dort allerdings nicht mehr - wegen der Scherben.

Flaschen, Zigarettenstummel und Streumittel prägen das Bild auf der neuen Bahnhofsbrücke. Foto: AUDERSCH

"Der Aufzug sieht jetzt schon so aus, als ob er zehn Jahre alt wäre", sagt hingegen Norbert Stolberger. Der Zustand des Bahnhofes sei insgesamt keine Werbung für Opladen. "Wer hier mit dem Zug ankommt, will vermutlich gleich wieder weg." Ähnlich sieht es Sophie Wolf: "Aufzug und Brücke sehen aus wie Sau. Eigentlich sei der bereits fertige Teil des neuen Bahnhofes schön geworden, "aber was bringt die tollste Architektur, wenn alles verdreckt ist?", fragt sie sich. "Manchmal habe ich den Eindruck, dass hier jeder machen kann, was er will."

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Für Vera Rottes, Geschäftsführerin der Neue Bahnstadt Opladen GmbH, ist die Kritik überzogen. Zwar gebe es ein Problem mit Vandalismus vor Ort, sagt sie, "aber ich gehe regelmäßig über die Brücke und kann die Einschätzung, dass sie total verdreckt sei, nicht teilen." Der Idee, auf der Brücke Abfalleimer zu installieren, erteilt sie eine Absage. Zu groß sei die Gefahr, dass die Papierkörbe angezündet würden: "Zusätzliche Einbauten verleiten meist zu mehr Vandalismus." Ohnehin sei das eine Maßnahme, die erst mit der Deutschen Bahn abgestimmt werden müsse. Für weitere Anregungen verweist sie auf die Ortsbegehung heute um 17 Uhr. Dort gebe es Raum für Anregungen und Kritik.

Die Reinigung der Brücke ist Aufgabe der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL). Abteilungsleiter Hans-Michael Bappert ist unter anderem zuständig für die Reinigungskolonnen. "Die Brücke wird bereits regelmäßig gereinigt, obwohl sie noch nicht offiziell an uns übergeben wurde", sagt er. Es könne allerdings sein, dass die bisherigen Maßnahmen nicht genügten. "Es zeigt sich meist nach einigen Monaten, wie intensiv ein Ort gereinigt werden muss", so Bappert. Derzeit sammele man noch Erfahrungen. "Wenn sich daraus ein Bedarf ergibt, schauen wir, ob und wie der Reinigungszyklus intensiviert werden kann - und wie das Ganze finanzierbar ist."

(RP)