"Don Mikel"-Prozess: Vater störten Schufa-Einträge des Sohnes

„Don Mikel“-Prozess : Den Vater störten zwei Schufa-Einträge für den Sohn

Ein Dutzend Verhandlungstage hat sich die 7. Große Strafkammer des Kölner Landgerichts inzwischen mit den Verfehlungen von Michael G. und drei weiteren Angeklagten beschäftigt. Immer deutlicher werden die vielfältigen Versuche, wie man im Immobiliengeschäft unterwegs war und Geld reinwaschen wollte.

Der Prozess umfasst zwei Komplexe: Einmal den Betrug an einem Frechener Ehepaar, das um mehr als 900.000 Euro betrogen wurde; zum anderen den Komplex der Geldwäsche und wie die Familie ihr Geld in Immobilien-Käufe anlegen wollte. Woher die Barmittel kommen, bleibt – bis auf zwei Fälle aus einem früheren Prozess und dem Frechener Fall – ungeklärt. Aber alleine bei diesen beiden Fällen wurde mehr als eine Millionen Euro ergaunert. Dabei räumte ein Ermittler ein, dass es durchaus weitere Betrugsfälle geben könnte, die der Polizei nicht bekannt seien. Auf einen Fall sei die Behörde durch Zufall gekommen; die Opfer schämten sich und stellten keine Strafanzeige. Es geht um Geld, mit dem teure Autos und ein aufwendiger Lebensstil finanziert wurden. Geld, das angelegt werden sollte. Dabei hat „Don Mikel“ gegenüber den Behörden versichert, dass er auf Sozialhilfe angewiesen ist.

Zu den Zeugen gehören auch Personen, die vorsorglich einen Rechtsbeistand mitbringen oder eine Aussage gleich verweigern. Das dürfen sie, wenn sie sich nicht selbst belasten wollen. Somit liegt der Verdacht nahe, dass sie als Helfer involviert waren. Sei es, weil sie ein Schließfach bei einer Bank auf ihren Namen gemietet und es einem der Angeklagten zur Verfügung gestellt hatten. Sei es, weil sie zum Schein Mietverträge abschlossen. Sei es, weil sie beim Notartermin als Strohmann auftraten, obwohl „Don Mikel“ der Erwerber der Immobilien war.

In diesem Kreis von Immobilien-Maklern, Investoren, aber auch fest für eine große deutsche Bank arbeitenden Finanzberatern gehörte jemand, der versuchen sollte, Schufa-Einträge von „Don Mikels“ Sohn, der auch angeklagt ist, zu tilgen. Das funktionierte nicht. Den Vater hat das gestört, denn er wollte offensichtlich Immobilien für seinen Sohn erwerben und auf den Namen eintragen lassen. Dazu fehlte mit dem Schufa-Eintrag aber die Kreditwürdigkeit. Was funktionierte, war die Einrichtung eines Girokontos für seinen Sohn auf Guthabenbasis.

„Don Mikel" war, wie es ein Makler berichtete, grundsätzlich an größeren Objekten interessiert, möglichst auch mit Gewerbeeinrichtungen. In den Akten sind neben dem Gebäude, in dem sich „Don Mikels“ Leverkusener Wohnung befindet, auch Immobilien in Haan, Mettmann, Frechen und Köln vermerkt.

Der Prozess in Köln, für den ein Urteil frühestens im Oktober erwartet wird, wird am Donnerstag fortgesetzt.

Mehr von RP ONLINE