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"Loss mer singe" in Leverkusen: Dombrauhaus: Kasalla-Titel "Kumm mer lääve" gewinnt

"Loss mer singe" in Leverkusen : Dombrauhaus: Kasalla-Titel "Kumm mer lääve" gewinnt

Wenn 320 Menschen voller Begeisterung mit strahlenden Augen kölsche Karnevalslieder singen, dann ist garantiert "Loss mer singe - op jöck". Im "Dombrauhaus" an der Saarstraße waren sich alle einig: Endlich wieder Karneval. Um gesangstechnisch fit für die fünfte Jahreszeit zu werden, ist der kultige Mitsingabend ideal.

Die Initiative wurde vor 14 Jahren in Köln ins Leben gerufen, vor vier Jahren schwappte die Welle ins Umland. "Die Karten waren innerhalb von zehn Minuten vergriffen", sagte der als Clown verkleidete Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Gemeinsam mit der Kraftverkehr Wupper-Sieg (wupsi) sponsern die örtlichen Verkehrsunternehmen seit Jahren die Veranstaltung und geben kostenfreie Eintrittskarten aus. Zu den glücklichen Ticketinhabern gehörten auch Kerstin Mertes und Syliva Bartel aus Schlebusch. "Die Stimmung ist immer toll", schwärmten sie. Nicht minder begeistert war Angelina Herold. Die in Melbourne geborene Australierin lebt seit fünf Jahren in Opladen und sagt: "Ich liebe Karneval." Mit einigen Freunden - darunter einem Mitglied der Prinzengarde Mainz - stimmte sie ein, als zum Auftakt der von den "Bläck Fööss" geschriebene Titelsong erklang. Dann wurden 20 von einer Jury ausgewählte vielversprechende Neuerscheinungen einstudiert.

Stefan Knittler, Mitbegründer der "Loss mer singe"-Kneipentour, gab den Ton an. "Wir wollen die Jecken fit und textsicher für den Kneipenkarneval machen", sagte er, "jenseits von Ballermann und Volksverblödung."

"Das ist pure Pflege kölschen Brauchtums", sagte Mitsänger Peter Bach aus Küppersteg, der immer schon bei "Loss mer singe" dabei war. Einen derart umfangreichen Liederschatz wie in Köln gebe es in keiner anderen Region. Mit anderen Worten: Dies sei ein "Missionswerk für Spaß und guten Geschmack, für kölsche Tön und neue Trends".

Es dauerte Stunden, bis alle Karnevalslieder einmal gesungen waren. Zum Beispiel "Dat weed ne schöne Daach" der Paveier, "Das geht nie vorbei" der Höhner oder "Et kölsche Jeföhl" von Björn Heuser. Die Passagen, in denen der Text noch nicht so leicht über die Lippen ging, wurden einfach mit "La, la, la" überbrückt. Zum Schluss durften alle über den hitverdächtigen Sessionsknaller abstimmen. Die Gäste im Dombrauhaus wählten den Kasalla-Titel "Kumm mer lääve" mit 985 Stimmen auf Platz eins vor dem Brings-Song "Kölsche Jung".

Nach dem Ende der "Loss mer singe"-Kneipentour werden die Endergebnisse aller Abende zusam­mengezählt und die "Kneipenhits der Session" gekürt.

(kno)