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Digitalisierung in Leverkusen: Lanxess sagt dem Klemmbrett Adieu

Digitalisierung im Chempark Leverkusen : Lanxess sagt dem Klemmbrett Adieu

Der Konzern nutzt die Digitalisierung als Arbeitshilfe in den Produktionsanlagen. 400.000 Betriebs- und Instandhaltungs-Checklisten auf Papier werden durch digitale Pendants ersetzt.

In Museen wie dem „Haus der Geschichte“ in Bonn kommt wohl bald schon ein Utensil als Ausstellungsstück hinzu, das es möglicherweise in ein paar Jahren nirgendwo in Unternehmen mehr geben wird: das gute, alte Klemmbrett. Derzeit verabschiedet sich der Spezialchemiekonzern Lanxess von dem treuen Wegbegleiter. Stichwort: Digitalisierung der Produktionsanlagen. In den kommenden Jahren führt das Unternehmen die mobile Betriebsführung und Instandhaltung ein. „Jährlich rund 400.000 Betriebs- und Instandhaltungs-Checklisten auf Papier werden hierzu in einem ersten Schritt durch digitale Pendants ersetzt und nachher auf Tablets ausgefüllt“, meldet der Köln-Leverkusener Konzern. In der ersten Phase der Umsetzung trennen sich 65 Betriebe in Deutschland, Belgien und den USA von Klemmbrettern und Zettelwirtschaft.

Oder wie Benedikt Efker, Leiter der Digitalen Produktion im Konzern sagt: „Die Zeiten von Klemmbrett, Zettel und Stift gehören bald der Vergangenheit an. Mit Tablets, die direkt mit den zentralen IT-Systemen verbunden sind, machen wir die Arbeit der Belegschaft in Produktion und Instandhaltung effizienter, komfortabler und sicherer.“

Für die Digitalisierung der Checklisten gibt es externe Hilfe: „Siemens setzt die Softwarelösung Moby.Check ein, die auf Tablets läuft und über Tastatur und Sprache gesteuert werden kann“, sagt Lanxess. Dessen Mitarbeiter könnten mit der Software individuelle Prüf- und Checklisten für Produktion, Wartung und Instandhaltung erstellen. 

In der Chemieindustrie ein großer Schritt, denn „für den sicheren und reibungsfreien Betrieb von Chemieanlagen sind regelmäßige Prüfungen aller Systeme entscheidend. Checklisten auf Papier sind dabei immer noch der Standard“, heißt es weiter. „Die Daten werden nach dem Rundgang in der Anlage in IT-Systeme übertragen und die Papiere über mehrere Jahre archiviert.“ Die digitalen Checklisten sind über Schnittstellen direkt mit den entsprechenden Systemen etwa zur Wartung bei Lanxess verknüpft.  In der Fachsprache heißt das End-to-end-Einbindung in die Arbeitsprozesse. Und die macht Doppelarbeit obsolet. Übertragungsfehler werden vermieden, die Archivierung läuft automatisch.

Neben dem Aus fürs Klemmbrett sind auch weitere Digitalisierungsaktivitäten weltweit im Konzern in Gang gesetzt. 2017 hat Lanxess eine entsprechende Initiativie gestartet, ein eigener Bereich kümmert sich um  „die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, die Einführung neuer Technologien entlang der Wertschöpfungskette und die Verankerung digitaler Kompetenzen bei den Mitarbeitenden“, sagt Lanxess.