Digitaler Unterricht in Leverkusener Grundschulen

Digitaler Unterricht : Lernen mit den Ozobots

An der Grundschule Im Steinfeld werden die Kinder spielerisch ans Programmieren herangeführt. Möglich gemacht hat das auch eine Spende der Sparda-Bank.

Tim ist fasziniert. „Das ist ja witzig“, resümiert der Zweitklässler der GGS Im Steinfeld in Bürrig. Er hat auf einem weißen Blatt Papier mit Filzstift eine schwarze, kurvenreiche Strecke gemalt und einen etwa fünf Zentimeter breiten und hohen Miniroboter auf diese Linie gesetzt. Der kleine Maschinenmensch dreht sich kurz um sich selbst, scannt die Strecke und fährt diese anschließend ab.

Ozobot nennen sich die programmierbaren Roboter, die an der GGS Im Steinfeld nun regelmäßig ihre Kurven fahren. Möglich gemacht hat das die Sparda Bank, die sich mit 2000 Euro an diesem Projekt beteiligte. „Wir haben uns während des Medienkompetenzrahmens des Landes NRW für dieses Projekt entschieden“, sagt Schulleiterin Ina Hoffmann. In Sachen „Digitale Schule“ ist die Schule ein Vorreiter für viele Grundschulen in der Umgebung. Im Unterricht arbeiten die Lehrkräfte bereits mit interaktiven Whiteboards, Tablets zur Programmierung der Miniroboter sollen folgen. Auch die Lehrkräfte werden durch Fortbildungen in diesem Bereich geschult.

„Insgesamt 18 Miniroboter stehen uns nun zur Verfügung, die wir im Schulalltag im Unterricht mit einbauen“, erzählt Claudia Hogrebe, Konrektorin und Medienbeauftragte der Schule. In ihrer Klasse 2a sind die Geräte bereits im Einsatz. Man sei allerdings erst am Anfang. Zunächst gehe es darum, den Kindern plausibel zu erklären, was es überhaupt bedeutet, zu programmieren. Schülerin Janine weiß, wie das funktioniert: „Das ist wie Zähne putzen oder sich anziehen, bevor man in die Schule geht. Das läuft ja auch alles ohne Nachzudenken ab.“

Als Aufgabe steht an der Tafel die Frage „Welche Strecke ist schneller?“. Die obere hat vier kurze Kurven, die untere vier langgezogene. „Ich glaube, die untere Strecke ist schneller“, sagt Tom. Einige Kinder schauen verdutzt, ist diese Strecke doch durch die langen Kurven wesentlich länger. Doch Tom wird Recht behalten, denn bei der längeren Strecke ist der Roboter durch Farbcodes so programmiert, dass dieser drei Mal schneller als auf der kürzeren fährt.

Die Integration des digitalen Unterrichts nimmt laut Schulleiterin Ina Hoffmann Zeit in Anspruch. „Da müssen wir dann schauen, ob nicht die Geschichte über die 2000 Jahren alten Römer in den offenen Ganztag verlegt wird. Wir passen uns als Schule an die gesellschaftlichen Veränderungen an.“ Das Programmieren mit den Ozobots soll fester Bestandteil des Stundenplans werden. Vom einfachen Abfahren von Linien über das Programmieren mit definierten Farbcodes bis hin zur komplexen visuellen Programmiersprache sei so für jeden Jahrgang der Grundschule etwas dabei.