Köln/Leverkusen: Diebes-Trio nach 18 Einbrüchen vor Gericht

Köln/Leverkusen: Diebes-Trio nach 18 Einbrüchen vor Gericht

Die Einbruchserie von drei jungen Männern in Köln und Leverkusen hatte einen Schaden von mehr als 20.000 Euro verursacht. Nun müssen sich die Tatverdächtigen vor dem Kölner Landgericht verantworten.

Gelegenheit macht bekanntlich Diebe, und auf Kipp gestellte Fenster verstehen Einbrecher geradezu als Einladung. Jedenfalls empfanden die drei aus Serbien stammenden Männer diese Luftöffnungen als günstige Gelegenheit. Gleich 18 Mal ergab sich so für sie diese Möglichkeit, nachts in Wohnungen einzusteigen. Vor der 15. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts, die gestern die Hauptverhandlung eröffnete, müssen sie sich dafür nun verantworten.

Selbst wenn die Bewohner in der Regel selbst in der Wohnung waren, dabei wohl schliefen, nahmen sie die Gelegenheit wahr. Bei ihren nächtlichen "Ausflugsfahrten" hielten sie zunächst Ausschau in Köln, wo sie den ersten von der Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift aufgeführten Einbruch begingen. Dabei rückten sie immer näher nach Leverkusen vor, wo sie die letzte in der Anklage aufgeführte Straftat am 31. Mai in Opladen begingen.

In sechs der 18 Fälle blieb der Einbruch im Versuch stecken. Der dabei angerichtete Schaden belief sich jeweils zwischen wenigen hundert Euro und etwa 8.000 Euro in Form von Bargeld, Schmuck und anderen Wertgegenständen wie Handys und Computer. Insgesamt betrug der Schaden mehr als 20.000 Euro.

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Der Jüngste der Drei, ein 19-Jähriger, war zwischenzeitlich auch kurz in dem Flüchtlingsheim in der Görresstraße in Küppersteg untergebracht. Ihm steht während des Prozesses ein Mitarbeiter der Leverkusener Jugendgerichtshilfe zur Seite. Die beiden anderen Mittäter, 22 und 33 Jahre alt, tragen denselben Nachnamen und kommen ebenfalls aus Serbien. Alle drei haben Asyl beantragt.

Die zwei mit gleichem Nachnamen haben den jungen Flüchtling, der sehr schmächtig wirkt, wohl in die Sache hineingezogen, man habe sich bei einem gemeinsamen Bekannten kennengelernt. Am ersten Verhandlungstag beließ es der Vorsitzende Richter Jan Orth bei der Anklageverlesung und einem Rechtsgespräch der professionell Beteiligten. Die konnten sich aber nicht vorab über einen gewissen Strafrahmen verständigen, vor allem weil die Staatsanwältin wohl noch weitere Straftaten der Angeklagten zur Sprache bringen wolle, über die man erst in den letzten Tagen Erkenntnisse gewonnen habe. Gleichwohl könnte dieser auf sechs Verhandlungstage einberufene Prozess zügig abgewickelt werden, weil ein Verteidiger für den nächsten Prozesstag am Freitag ein umfangreiches Geständnis seines Mandanten ankündigte. Vielleicht kommen dann die weiteren Straftaten zur Sprache.

(RP)