Leverkusen Die seltsame Leverkusener Zickzackgrenze

Leverkusen · An der Autobahnauffahrt Willy-Brandt-Ring zur A3 und nahe der S-Bahn-Station "Chempark" zeigt der Grenzverlauf zwischen Leverkusen und Köln einen merkwürdigen Verlauf, die wahrscheinlich mindestens seit 1829 existieren.

 Die Leverkusener Stadtgrenze zu Köln: Im Carl-Duisberg-Park zieht sie sich wellenartig quer durch, die Bahnlinie (linker markierter Bereich) geht rein und raus aus Leverkusen. Ganz merkwürdig verläuft die Städtegrenze an der Autobahn 3 (rechts oben markierter Bereich).

Die Leverkusener Stadtgrenze zu Köln: Im Carl-Duisberg-Park zieht sie sich wellenartig quer durch, die Bahnlinie (linker markierter Bereich) geht rein und raus aus Leverkusen. Ganz merkwürdig verläuft die Städtegrenze an der Autobahn 3 (rechts oben markierter Bereich).

Foto: US/Karte: Stadt Leverkusen

Die rund 166.000 Leverkusener wohnen auf einer Fläche von etwa 11.000 Fußballfeldern, also was die Größe der Stadt (7887 Hektar) angeht. Dieses Gelände wird von einer 56 Kilometer langen Grenze eingefasst, die einige Merkwürdigkeiten aufweist. Beispiel: Wer durch den Carl-Duisberg-Park am Chempark spaziert, kann alle paar Meter von Leverkusen nach Köln und zurück wechseln. Die Stadtgrenze zieht sich wellenartig quer durch das Bayer-Grüngelände. Während das Kongress- und Ausstellungszentrum "BayKomm" noch in Wiesdorf liegt, gehört der Japanische Garten schon zu Köln.

An der Diepentalsperre passiert es fast ebenso: Die Stadtgrenze Leverkusen-Leichlingen schlängelt sich durch die beiden "Seenstücke", wobei Leverkusen die kleineren Teile bekommen hat. Ganz interessant wird es allerdings an der Autobahn 3 nahe Willy-Brandt-Ring. Schon in der Auffahrt in Richtung Köln/Frankfurt rollt der Autofahrer knapp 100 Meter über Kölner Gebiet, dann die nächsten 200 Meter durch Leverkusen, um dann wieder in Köln zu landen.

Erklärungsversuch der Stadt Leverkusen zum Zickzack-Grenzverlauf nahe der Feuerwehrzentrale Stixchesstraße: "Unser Stadtarchiv hat zum Verlauf dieses Stadtgrenzenstücks geforscht: Die merkwürdige Nase in der Grenzziehung zwischen Köln und Leverkusen (damals Gemeinden Stammheim-Flittard und Wiesdorf) ist bereits in der Katasteraufnahme des Jahres 1829 zu finden. Während weiter westlich zum Rhein hin kurz nach 1900 die Grenze zwischen Flittard und Wiesdorf (und damit auch die Grenze zwischen den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf) zugunsten von Wiesdorf verändert wurde, bestand an der fraglichen Stelle wohl kein Interesse daran. Eine historische Erklärung zur Grenzziehung können wir leider nicht liefern."

Gut, an dieser Stelle schmerzt oder stört es keinen Grundstückseigentümer. Auch an der Bahnlinie Wiesdorf-Köln existiert noch nahe der S-Bahnstation "Chempark" eine solche "Grenzausbuchtung", in deren Rufweite die Stadt Leverkusen übrigens ihre neue Hauptfeuerwache bauen wird.

Die Stadt Leverkusen bietet ihre gedruckte "Amtliche Stadtkarte" im Maßstab 1:15.000 oder 1:7500 für unter 20 Euro (gefaltet oder plano) an. Die Karten stellen das Straßennetz von Leverkusen mit sämtlichen Namen dar. Bau-, Straßen- und Grün- oder Waldflächen sind mit unterschiedlichen Farben markiert. Dazu gibt es das Straßenverzeichnis. Das Ganze gibt es auch in digitaler Version.

Der städtische Fachbereich Kataster und Vermessung verkauft auch einige historische Karten, etwa vom Schloss Morsbroich mit Umgebung. Als schwarz-weiße Ausgabe liege die Karte der Bürgermeisterei Opladen von 1870 vor. Besonders interessant: Für das Gebiet Leverkusen verfügt die Stadt flächendeckend über Luftbilder im Maßstab 1:5000. Die Luftbilder sind entzerrte Senkrechtaufnahmen, die als Druck auf Fotopapier erhältlich sind. Sie wurden unter anderem durch den ehemaligen Leiter der städtischen Technischen Betriebe (TBL) veranlasst, damit die Größen der versiegelten Flächen ermittelt werden konnten. Sie sind der Maßstab für die Berechnung der Niederschlagsgebühren.

Die Kosten für die Karten:

Stadtkarte 1:7500 als Plot, zweigeteilt auf Plotter ohne Montage: 50 Euro, mit Montage: 60 Euro.

- Digitales Straßenverzeichnis (Excel-Format): 15 Euro (mit Postleitzahlen und Straßenschlüssel).

- Stadtkarte 1:15.000 als Druck ohne Straßenverzeichnis (lt. Entgeltordnung): 4,50 Euro.

- Stadtkarte 1:15.000 als Plot im aktuellen Bearbeitungsstand: 10 Euro.

- Digitale Amtliche Stadtkarte 1:15.000 farbige Ausgabe: 350 Euro.

- Digitale Amtliche Stadtkarte 1:15.000 schwarz-weiße Ausgabe: 300 Euro. (Angaben: ohne Gewähr).

(RP)
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