Leverkusen: Die Schützenfrauen haben die Nase vorn

Leverkusen : Die Schützenfrauen haben die Nase vorn

Die Sebastianus-Bruderschaft Schlebusch feiert 600-Jähriges und schafft den Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Gänsehaut trotz Hitze: Als die Feierlichkeiten zum 600-jährigen Bestehen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Leverkusen-Schlebusch 1418 eingeläutet wurden, gab es einige solcher Momente bei diesem besonderen Spagat zwischen Tradition und Moderne.

Ehrenbrudermeister Kurt Saal 2. Schützenbruder Thomas Theisen, Jens Singer und Brudermeister Frank Lehmann (v.l.). Foto: Miserius Uwe

In Begleitung der Original Bergisch-Rheinischen Musikanten waren die Aktiven am Donnerstag zunächst durch die Fußgängerzone bis zum Schützenheim marschiert. Die Straßen waren mit grün-weißen Fahnen geschmückt; Zuschauer am Wegesrand jubelten ihnen zu. Auf dem Gelände angekommen, wurden die Schützen von rund 700 Besuchern erwartet. Seit Jahren habe man sich auf dieses große Ereignis vorbereitet, betonten Brudermeister Frank Lehmann und sein Stellvertreter Thomas Theisen. Noch vor den offiziellen Ansprachen - die wegen der Hitze allerdings recht kurz ausfielen - dankten sie den Vereinen KG Grün-Weiß Schlebusch, KG Klinikum und Schlebuscher Clowns für die Übernahme der Bewirtung.

Udo Bessert (l.) mit seinem Chevrolet 490 Touring Jahr 1919. Foto: U. Miserius

Selbst bei einem so alten Verein gebe es noch Dinge, die es niemals zuvor gab, so Lehmann. Dazu gehörte die Ernennung der Schützenschwester Birgit Schmitz zur ersten Ehrenmajorin. Der gebürtige Schlebuscher Jens Singer, als Regierungsdirektor im Auswärtigen Amt tätig und erst kurz zuvor aus der Bundeshauptstadt mit dem Flieger angereist, wurde zum neuen Ehrenmitglied ernannt.

Fast 7000 Zuschauer jubelten Höhner-Frontmann Henning Krautmacher und seinen Bandkollegen zu. Gestern musste das Bühnenprogramm im Wuppermannpark wegen Regens abgesagt werden. Foto: Um

Oberbürgermeister Uwe Richrath eröffnete das 35. Schlebuscher Volks- und 600. Schützenfest. Bezirksvorsitzender Frank Schönberger unterstrich die Leistung, Tradition und Brauchtum über 600 Jahre zu verbinden. Ulrich Kämmerling, Vorsitzender der Werbe- und Fördergemeinschaft Schlebusch, bezeichnete die Bruderschaft als wichtigen Baustein im Vereinsleben der Stadt.

Wie eng die Verbindungen sind, wurde auch daran deutlich, dass sich 26 Vereine und Gruppierungen am Wettbewerb um den Vereinsvogel beteiligten und damit zugleich einen neuen Rekord für Schlebusch aufstellten. Nathalie Schmitz von der Sankt Sebastianus-Schützen Bürrig-Küppersteg holte diesen Vogel schließlich von der Stange. Lange vorher fiel der erste Schuss, mit dem sich Julia Thun (16) den Titel als Schülerprinzessin sicherte. Neuer Jungprinz wurde Marcel Nacken (21). Nach einem spannenden und nervenaufreibenden Wettkampf fiel der Königsvogel ganz zuletzt, gegen 22.30 Uhr. Mit dem 374. Treffer konnte sich Annette Ricarda Lehmann (52) gegen ihre Sandkastenfreundin Simone Nacken, die Schriftführerin des Vereins, durchsetzen, die ihr den Titel nach eigenem Bekunden jedoch "von ganzem Herzen gönnt".

(gkf)