Leverkusen: Die Köpfe der Legenden

Leverkusen: Die Köpfe der Legenden

Nicht nur Abbildung, sondern auch Interpretation: Das sind Marek Manns Porträts berühmter Musiker, die begleitend zu den Leverkusener Jazztagen in der 1. Etage des Forums zu sehen sind.

Jazz hat sein ganzes Leben bestimmt. Schon als Kind wuchs Marek Mann mit den Klängen einer damals noch neuen Musikgattung auf. „Meine Eltern waren sehr moderne Menschen“, erklärt er. Schon vor dem Krieg hätten sie sich mit dem Stil auseinander gesetzt. Zugleich wuchs Mann in einer Familie bildender Künstler auf. Der Vater war Professor an einer Kunsthochschule, der Onkel ein guter Grafiker. Da sei es ganz logisch gewesen, in diese Fußstapfen zu treten, meint der Maler, der mit 14 Jahren sein erstes Konzert am Schlagzeug gab. Eigentlich habe er Berufsmusiker werden wollen, sich dann aber für die Kunst entschieden. Beides bestimmt heute sein Leben: Jazz und Malerei.

Auch dieses Mal begleitet eine Ausstellung mit einer Reihe seiner jüngsten Bilder wieder die Leverkusener Jazztage. Das obere Foyer im Forum säumen Köpfe von berühmten Musikern, Legenden wie Jimmy Hendrix, die noch nicht in Leverkusen waren, und auch Musiker, die Marek Mann hier selbst erlebt hat. Denn zu den Jazztagen kommt er regelmäßig aus seinem Kölner Atelier an den Rhein. Doch seine Bilder entstehen weniger aus dem Erleben vor Ort und schon gar nicht nach Fotografien. Die sind ihm viel zu starr und künstlich. Jedes seiner Porträts ist nicht einfach Abbildung, sondern immer auch Interpretation. Dazu muss er den Charakter und die Aura erleben und spüren, die ein Musiker im Konzert vermittelt. Und das lässt sich nur mit bewegten Bildern, in Filmen oder auf der DVD zu Hause nachspüren.

Musiker in Aktion hat er immer gemalt, aber nebenher gab es auch andere Sujets. So hat Marek Mann Plakate gestaltet und auch fast 50 Kinderbücher illustriert, die teils in 17 Sprachen übersetzt wurden. Er gestaltete Buchumschläge, CD-Cover oder Spiele und Puzzles, beispielsweise für den Ravensburger Verlag. Seit zehn Jahren hat sich der freiberufliche Maler und Grafiker allerdings ganz auf die Malerei konzentriert und mit wenigen Ausnahmen kombiniert er seine Arbeit mit der zweiten Passion: der Musik.

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Fotografisch genau

Ihm sei es immer wichtig gewesen, dass man die porträtierten Personen erkennt, erklärt er. Aus der Ferne erscheinen seine Bilder beinahe fotografisch genau. Doch mit jedem Schritt der Annäherung schwindet diese scheinbare Sicherheit mehr und mehr. Die klaren Konturen lösen sich auf, werden zu einzelnen Farbflecken und faserigen Pinselspuren. Was so greifbar und gegenständlich schien, ist auf einmal flüchtig geworden, so wie der Augenblick der Musik, die Mann festhielt. Manchmal sind es ganze Abfolgen wie bei der Porträtserie von Al di Meola, der beim Konzert „Guitar World Part II“ (8. November) spielt.

(RP)
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