Die „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ lockt nach Leverkusen

Höhner Rockin’ Roncalli Show : Traumhafte Kunst unter der Zirkuskuppel

Die Premiere in Opladen in Kürze: ein satter Erfolg. Die „Höhner Rockin’ Roncalli Show“ faszinierte mit magisch-poetischen Glanzstücken.

Geschafft! Henning Krautmacher strahlte. Gerade hatte der Frontmann der „Höhner“ mit seinen Musikerkollegen ein fabelhaftes Heimspiel abgeliefert, bei dem alles stimmte: Wunderbare Akrobaten demonstrierten aufregende Kunststücke und nutzten dazu – sehr beeindruckend – nur ganz wenige Hilfsmittel.

Da schwirrte der Kolumbianer José Henry Caysedo als spitzohriges Fabelwesen über ein schmales Seil, dort nutzten Alex und Emilie in fünf Metern Höhe nur ihre Hände, anstelle eines Trapezes. Das belgische Duo Bert und Fred setzte kleine Unterschiede zwischen Mann und Frau heiter-gefährlich in Szene. In einem wogenden Cyr-Rad – eine Art riesiger Hoola-Hoop-Reifen – demonstrierte der Kanadier Alexandre Lane ein anmutiges Feuerwerk poetischer Turnkunst.

Der schräge Clown Kotini vereinte Comedy mit Pantomime, Yoga und Breakdance. Die kenianische Artistengruppe Jambo Brothers stürmte voller Energie in die Manege und vollbrachte atemberaubende Stunts. Nicht zuletzt ruhte Akrobatin Marina Sakhokiia trotz graziler Verdrehungen  fest auf ihren Händen. Dazu lieferten die Höhner den jeweils passenden Sound und untermalten das Geschehen passend zur Stimmung. Das Publikum stand zum Dank am Ende beim Apllaus auf, forderte Zugaben.

„Funambola – Capriolen des Lebens!“ – unter dieses Motto haben Höhner und Circus Roncalli ihr Projekt „Höhner Rockin‘ Roncalli“ gestellt, bei dem sich artistische Höchstleistungen und Klänge zu magischen Momenten vereinen. Als „Funamboles“ waren Seiltänzer schon im 13. Jahrhundert viel bewunderte Gaukler. Die gleichen Talente – Konzentration, Körpergefühl und Verwegenheit – fanden sich bei der Show wieder, bei der es nicht zuletzt um die „Capriolen des Lebens“ ging, dem ewigen Auf und Ab zwischen Himmel und Erde. „Nur gemeinsam sind wir stark“, unterstrichen Krautmacher und Co.

Erika Jarz, die früher selber einmal Artistin und mit dem fliegenden Trapez in der ganzen Welt unterwegs war, war begeistert. „Ich liebe Zirkus“, sagte die Frau aus Valencia, die aktuell bei ihrer Nichte zu Besuch ist. Auch die Räuber (sie kamen fast vollständig) und die Bläck Fööss, vertreten durch den Opladener Pit Hupperten, sahen zu. Auf die Frage, wie ihm die Show gefallen habe, sagte er strahlend: „Es war fantastisch, sehr abwechslungsreich. Aber von Konkurrenz mag ich nicht sprechen, denn wir sitzen doch alle in einem Kölschen Boot.“

Obwohl das Ordnungsamt forderte, die Vorstellung sollte pünktlich um 22 Uhr enden, funktionierte das bei der Premiere nicht wirklich. Laut Henning Krautmacher, weil die Stadt nach einem Unfall komplett dicht war. „Außerdem ist Oberbürgermeister Uwe Richrath hier. Er wird bestimmt ein gutes Wort für uns einlegen“, meinte Henning Krautmacher.

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