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Die Evangelische Kirchengemeinde Opladen stellt sich neu auf und konzentriert sich langfristig auf einen Mittelpunkt.

Evangelische Kirchengemeinde Opladen : Aus drei Gemeinde-Zentren wird eins

Die Evangelische Kirchengemeinde Opladen stellt sich neu auf und konzentriert sich langfristig auf einen Mittelpunkt.

Dass sich die Evangelische Kirchengemeinde Opladen für die Zukunft neu aufstellen muss, ist dem ehrenamtlichen Leitungsgremium und dem Pfarr-Team seit Jahren klar. Zurückgegangen ist die Zahl der Mitglieder auf nun 9000 und damit auch die Kirchensteuer-Einnahmen. Die denkmalgeschützte Bielertkirche am Berliner Platz muss für geschätzt drei Millionen Euro saniert werden. Nächste Hiobsbotschaft: Das Dach der Quettinger Kirche ist schadhaft. Die Reparatur kostet mindestens 300.000 Euro. Die Instandhaltungskosten sind angesichts der Finanzlage zu hoch, erklärt Pastor Stephan Noesser, der mit der Projektleitung des inzwischen begonnenen Umstrukturierungsprozesses beauftragt wurde.

Langfristig wird die Gemeinde nur noch ein Zentrum erhalten, hat das Presbyterium beschlossen. Welches, ist noch nicht entschieden, das soll im Januar geschehen. „Wir haben hier ein strukturelles Problem“, erklärt Noesser. „Wir sind zwar eine Gemeinde, aber die bestand immer aus drei selbständigen Bezirken.“ Nämlich die Zentren in Lützenkirchen, Quettingen und in Opladen. Alle Gottesdienstbesucher möchten verständlicherweise ihre gewohnte Kirche behalten. Gruppenangebote, die das Leben in einer Gemeinde ausmachen, sollen erhalten bleiben. Nun sucht eine Steuerungsgruppe nach Wegen des Sowohl-als-auch – oder vielleicht sogar mehr. Dazu hat man sich professionelle Hilfe von außen geholt. Nadine Haßlöwer vom Institut für Soziale Innovation begleitet den Prozess und sucht – unter größtmöglicher Beteiligung der Gemeinde –  nach neuen Wegen und festen Kooperationspartnern.

  • Martin Ehrlich (links) hat ein Modell
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  • Am Samstag wird in Lützenkirchen gefeiert.⇥Foto:
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  • Gemeinsamer Aufruf (v.l.): Peter Kienzle, Ralph
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Kirche könne auch zu den Menschen gehen, etwa eine Kinderbibelwoche statt im Gemeindezentrum auf der Schönen Aussicht oder in der Neuen Bahnstadt durchführen, nennt Pfarrerin Bettina Növer nur ein Beispiel von vielen denkbaren. Kirche würde sich so nach außen öffnen und ganz anders wahrgenommen, hebt sie den positiven Aspekt hervor. Auch für die baulichen Überlegungen hat die Gemeinde Hilfe von außen bekommen. Architekturstudenten der Hochschule Düsseldorf haben bereits Pläne für das künftige Zentrum und neue Verwendungsmöglichkeiten für die anderen erarbeitet. Letzte Woche wurden diese Ideen öffentlich präsentiert, diskutiert und dabei Wünsche aus der Gemeinde notiert, die nun bei der Überarbeitung berücksichtigt werden sollen.

Am 22. Januar werden die fertigen Entwürfe vorgelegt und prämiert. Dann trifft das Presbyterium eine Entscheidung. „Eine vorläufige“, betont Presbyterin Gunda Lakaschus-Lohrenz, denn: „Wir haben dann weder eine Baugenehmigung noch einen Finanzplan.“ Doch Anträge ließen sich erst mit einem Votum stellen. Das einzige, was bisher klar ist: Das Lützenkirchener Zentrum ist zwar baulich im besten Zustand, aber zu klein für das Vorhaben. In Quettingen wäre ein multifunktionaler Ausbau denkbar, ebenso an der Bielertkirche, die man seitlich öffnen und mit einem Anbau verbinden könnte. Jetzt wünschen alle, dass sich noch viel mehr Menschen an dem Prozess beteiligen, damit möglichst vielen Wünschen und Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Das ist ganz im Sinne von Superintendent Gert-René Loerken, der die Entwicklung mit Sorge beobachtet hatte und nun sieht, dass man sich – anders als in Manfort – beizeiten für die Zukunft aufstellt.