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Leverkusen: "Die 7 Todsünden" - Anthologie und Hilfe

Leverkusen : "Die 7 Todsünden" - Anthologie und Hilfe

Wenn an der Tür ein Strauß roter Rosen abgegeben wird, dürfte die Empfängerin hocherfreut reagieren. Es sei denn, es wohnen vier Schwestern im Haus, die alle auf "Madame Vertu" hören. Dann vermag die Aufmerksamkeit eines stillen Verehrers einen kleinen Krieg auszulösen, bei dem wenig anmutige Charaktereigenschaften zutage treten. Hochmut und Neid bestimmen die Auseinandersetzung, die Britta Heinrichs in ihrer Kurzgeschichte "Die Schwestern Vertu" beschreibt.

Zwei der sieben Todsünden, für die man nach katholischer Lehre in der Hölle schmort. Die Leverkusener Autorin hat mit der Geschichte den Anfang gemacht und sowohl in einer Autorengruppe als auch auf facebook Mitstreiter gesucht, die Beiträge zu einer Anthologie beisteuern. Das Thema gab sie vor: "Die sieben Todsünden" - ein breites Spektrum. Denn Hochmut, Geiz, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei und Trägheit mögen zwar verwerflich sein, gehören aber zur Realität und Stoff für Text- und Bildbeiträge liefern sie allemal.

Heinrichs bekam so viele Manuskripte, nicht nur aus Leverkusen und Leichlingen, dass sie ein Buch füllen konnte. Außerdem erhielt sie Zeichnungen, die den Band illustrieren. Den 14 Mitautoren und neun Illustratoren gefiel vor allem die Idee. Denn Britta Heinrichs wollte das Übel der Welt nutzen, um etwas Gutes zu tun - ganz konkret. Alle haben auf Honorar verzichtet, um mit dem Verkaufserlös eine Familie aus Niedersachsen zu unterstützen. Einer der vier Söhne leidet an Muskeldystrophie. Der 14-Jährige habe die Chance, in eine medizinische Studie in den USA aufgenommen zu werden, weiß Heinrichs. Das gibt der Familie Hoffnung. Aber das tägliche Leben mit einem kranken Kind fordere Eltern und Geschwister, mental und finanziell. Deswegen hat die Autorin beschlossen, mit Hilfe ihres Hobbys Geld zusammenzutragen, um die Familie ein wenig zu entlasten.

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"Die erste Spende von 250 Euro ist bereits ausgezahlt", sagt sie und hofft, dass es noch mehr wird, wenn sich die Anthologie weiter verkauft. Immerhin gibt es einen prominenten Namen im Inhaltsverzeichnis. Britta Heinrichs hatte bemerkt, dass sich ein Gedicht von Wilfried Schmickler ziemlich gut in ihre Konzept fügt und den Kabarettisten mit Leverkusener Wurzeln einfach angesprochen. Spontan habe dieser den Abdruck in ihrem Buch erlaubt. In der Buchwoche LevLiest wurde das Projekt erstmals einem größeren Kreis vorgestellt. Die Wiesdorfer Theatergruppe "Die Drama-Ticker" haben Beiträge daraus vorgelesen und dabei regelrecht in Szene gesetzt. Weitere Lesungen folgen.

Vorrätig ist die Anthologie "Die sieben Todsünden" in der Buchhandlung Noworzyn, Birkenbergstraße. Info auf www.brittaheinrichs.de

(mkl)