Diamantene Hochzeit in Leverkusen

Diamantene Hochzeit : Bäckerjunge fand seine Liebe beim Tanz

Anton und Gertrud Tröster sind seit 60 Jahren ein Ehepaar und inzwischen auch Urgroßeltern.

Es ist schon eine Weile her, als sich Anton und Gertrud Tröster das Ja-Wort gaben  – 60 Jahre, um genau zu sein. So feiern sie Ende des Monats Diamantene Hochzeit.

„Es fühlt sich eigentlich wie immer an“, sagt Gertrud, „60 Jahre ist eine lange Zeit, da hat man manches erlebt.“ Für ihn war es damals ein Volltreffer, als er seiner Liebsten das erste Mal begegnete. „Das war in Königswinter“, erinnert sie sich. Die Leverkusenerin war damals im zarten Alter von 17 Jahren mit ihren Eltern am Rhein unterwegs, machte eine Schiffsfahrt. Dabei traf sie Anton, einen Bäckersgesellen aus der Region, der sie in einem Tanzlokal zum Tanzen aufforderte. „Meine Mutter sagte zum Abschied, ich solle ihm nochmal winken, ich werde ihn eh nicht mehr wiedersehen. Da wusste ich aber nicht, dass er sich irgendwie unsere Telefonnummer besorgt hat.“ Dann trennten sich zunächst die Wege. Doch nachdem Anton Tröster, der unter anderem davon schwärmt, dass er dem ehemaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer Brötchen bringen durfte, nicht mehr in Königswinter bleiben wollte und eigentlich schon auf dem Weg in die Niederlande war, hielt der Zug in Langenfeld. „Hier wohnt doch mein Mädchen, dachte ich mir, stieg aus und blieb schlussendlich bis heute hier.“

Geheiratet wurde drei Jahre später im Mai 1959, kurz darauf gebar sie einen Sohn und eine Tochter. „Mittlerweile sind auch schon Enkelkinder dazugekommen und ganz frisch sogar ein Urenkelchen“, sagt Gertrut Tröster, die sich seit einer Woche als frischgebackene Uroma feiern lassen darf. Generell stand die Familie und der Zusammenhalt stets im Mittelpunkt. Natürlich habe man sich auch schonmal gezankt, erzählen beide, das komme schließlich in den besten Familien vor. Aber dann habe meistens Sohn Berthold gesagt, sie sollen sich doch wieder versöhnen und sich die Hände reichen. Und dann ging es auch schon wieder weiter.

Nachdem Anton Tröster 1958 den Beruf gewechselt und als Verkaufsfahrer in Langenfeld für eine Feinkostfabrik tätig war, entschieden sich die Beiden 1966, sich selbstständig zu machen und als Marktbestücker frischen Fisch im Raum Düsseldorf zu verkaufen. Neben Kletterurlauben in den Bergen Tirols waren Hunde ihr gemeinsames Hobby. Sie züchteten Bernhardiner und gewannen mit ihnen viele Preise. Pokale und Trophäen findet man noch heute auf ihren Fensterbänken. „Aber einen Hund haben wir jetzt nicht mehr“, sagt der 85-Jährige. Eine adäquate Pflege sei aufgrund des hohen Alters nicht mehr möglich. Und so wird auch nicht mehr groß gefeiert. Die Diamanthochzeit wollen sie mit der engsten Familie genießen. „Wir gehen was Schönes essen und genießen den Tag mit den Kindern und Enkelkindern“, sagen beide.

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