1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Deutsche Umwelthilfe fordert Tempo 30 auf allen Straßen Leverkusens

Deutsche Umwelthilfe : Tempo 30 auf allen Straßen gefordert

30 km/h auf den Leverkusener Straßen soll helfen, die Schadstoffbelastung der Luft zu reduzieren, sagt die Deutsche Umwelthilfe. Der Hauptausschuss des Stadtrats soll darüber am Donnerstag entscheiden.

In Leverkusen soll wegen der Corona-Krise sofort Tempo 30 gelten: auf allen Straßen. Dies hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bei der Stadt beantragt. Zusätzlich sollen – ebenfalls sofort – auf den Autostraßen verstärkt provisorische Radwege eingerichtet werden, heißt es in dem Schreiben mit Datum vom 6. April. Dazu setzte die DUH eine Umsetzungsfrist bis 16. April. Passiert nichts, will die Umwelthilfe die Bürger auffordern, Druck zu machen. Mit den Maßnahmen ließen sich die Sicherheit für Radfahrer erhöhen und die Schadstoffbelastung der Luft reduzieren, begründet DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch seinen Antrag. Oberbürgermeister Uwe Richrath will über diesen „Bürgerantrag“ aus Radolfzell (Sitz der DUH-Zentrale) im Hauptausschuss am Donnerstag entscheiden lassen.

Die Stadtspitze stuft das DUH-Paket als so dringlich ein, dass eine Entscheidung des Stadtrates (nächste Sitzung: 25. Juni) nicht abgewartet werden soll. Resch stellte den Tempo 30- und Radwegeantrag in 39 deutschen Städten, heißt es auf der offiziellen Internetseite des 1975 gegründeten Vereins. Gleichzeitig fordert er die Bürger auf, ihm Vorschläge zuzuschicken, wo in den Städten jetzt Radwege ausgewiesen werden sollten.

  • Knotenpunkte ins Nirgendwo in Korschenbroich : Wie fahrradfreundlich ist die Stadt?
  • Die Kreispolizei kontrollierte am Mittwoch Radfahrer.⇥Symbolfoto:
    Ratingen : Polizei verhängt 79 Bußgelder
  • Eine einsame Spaziergängerin am Donnerstag am
    Erleichterungen für Genesene und Geimpfte : Corona-Lockerungen müssen praktikabel sein

Für Resch (bekannt durch Dieselaffäre und Fahrverbote) ist bewiesen, dass Städte die Vorschläge schnell umsetzen können. Berlin und Bogota hätten dies vorgemacht. Die kolumbianische Stadt Bogota habe innerhalb weniger Tage ca. 100 Kilometer Fahrrad-Straßen eingerichtet, schreibt Resch in seinem Serienbrief unter anderem an Oberbürgermeister Richrath. Berlin brauchte demnach im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nur zwei Tage, um Autospuren in gesonderte Radwege zu verwandeln. Die ktivisten fordern zudem, dass die neuen und provisorischen Radwege etwa durch Baustellen-Absperrungen gesichert werden. Immerhin würden wegen der Gefahr durch Coronaviren vermehrt Leute das Rad nutzen. Dafür müsse es gesteigerte Sicherheitsmaßnahmen geben, auch um Unfälle vermeiden zu helfen. Leverkusen biete ohnehin nicht durchgehend „gute Fahrradwege“, schreibt Resch, bleibt aber konkrete Belege schuldig. Wer Unfälle reduziere, entlaste damit die Krankenhäuser, meint der DUH-Mann weiter.

Zusätzlich zur verbesserten Radwege-Infrastruktur könne durch stadtweites Tempo 30 die Luftbelastung gesenkt werden. Wichtig in Corona-Zeiten, in denen speziell Menschen mit Atemwegserkrankungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien.

Der DUH-Antrag wird wahrscheinlich im Hauptausschuss abgelehnt. Sicher ist dies nicht.